Momentaufnahmen | 2020




Catalyst - Institut für kreative Kunst und Technologie

Eine internationale Community für kreative Produktion und Performance-Lernen - früher bekannt als dBs Berlin - laden ein zu hausgemachten VideoTouren durch ihre Einrichtungen für Schauspiel, Filmproduktion, visuelle Effekte und Musikproduktion, vorrangig im Haus A des denkmalgeschützten Berliner Funkhauskomplexes in der Nalepastraße | siehe auch Rubrik Studieren im Denkmal.



Im 30. Jahr der Deutschen Wiedervereinigung sei daran erinnert, dass Radio Berlin International am 2. Oktober 1990 als Sender des DDR-Rundfunks seine Sendungen einstellte. Nur einige wenige Mitarbeiter*innen wurden von der Deutschen Welle übernommen. 1960 veröffentlichte die DEFA einen Kurzfilm über RBI, der in der Vorschau auf dem Pogress-Portal angeschaut werden kann. Framessreenshot-Link führt direkt zur Vorschau:

Frames | Screenshot vom Film "RBI" ||| Radio Berlin International am 2.10.1990 | Weblink zu YouTube


Am 18. September 2020 – einen Tag, bevor Jóhann Jóhannsson 51 Jahr alt geworden wäre - widmet die Deutsche Grammophon dem Komponisten bereits zum zweiten Mal eine Rückschau: "Retrospective II" (Bonus DVD mit aufgezeichnetem Konzert im Funkhaus im Aufnahmesaal 1 im Jahr 2016). Daran sei an dieser Stelle verwiesen. Siehe auch: Momentaufnahmen 2016



Ein Berufsstand mit überaus facettenreichen Seiten wurde bisher kaum angemessen gewürdigt. Insbesondere der von den Musikredakteur*innen im DDR-Funk und Fernsehen. Umso erfreulicher ist es, dass Wolfgang Martin in seinem im September 2020 erschienenen Buch "Wie die Westmusik ins Ostradio kam" sowie in einem Gespräch mit Erich Wartusch von dieser Arbeit etwas ausführlicher erzählt. Ebenso wie seine damalige Musikredakteurskollegin Elisabeth Heller, die seinerzeit bei Radio DDR I agierte. Andreas Knedlik besuchte sie im August 2020 in Berlin-Karlshorst: Interview | digiandi.de || Siehe auch: Musikredakteur*innen im DDR-Rundfunk

Im gleichen Monat besuchte Andreas Knedlik auch Jörg Wagner, der über seinen Weg zum Hörfunk, darüber, was die Jugend in der DDR im Radio hörte, aber auch über den Rundfunk in der Ost-Berliner Nalepastraße vor, während und nach der Wende erzählt: Andreas Knedlik im Gespräch mit Jörg Wagner

Radio am Ende der DDR: Jörg Wagner und Ronald Weber erinnern an einen »Medienputsch« der ganz besonderen Art: Der Westen übernimmt | Vor 30 Jahren okkupierte RIAS 1 kurzzeitig die Frequenzen des DDR-Jugendradios DT64 || 08.09.1990 - Der RIAS-Frequenzen wird rückgängig gemacht



Screenshot aus "Funkstille"

In “Sommer der späten Gerechtigkeit” 2020, in dem wichtige Literaturpreise an Autorinnen mit Ostsozialisation wie Helga Schubert, Elke Erb und Irina Liebmann gingen, erhält Dieter Mann den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Daran sei an dieser Stelle sehr gern erinnert, weil Dieter Mann auch als einer der besten Sprecher im deutschen Sprachraum an zahlreichen Hörspielproduktionen im Funkhaus Berlin in der Nalepastraße beteiligt war. Es deshalb auch kaum verwundert, dass er im Film “Funkstille” | 2010 diesen Ort als seine “Sprecherheimat” bezeichnet und hinzufügt, dass er dort eigentlich auch einen eigenen Garderobenhaken haben könnte.

Am 20. August veröffentlichte Esther Slevogt einen lesenswerten Artikel in der Berliner Zeitung, in dem u. a. auch zu lesen ist, dass Künstler aus der DDR der Logik des Kalten Krieges zufolge für den Westen erst interessant wurden, wenn sie sich von ihrem Staat abwandten. Diese Logik wirkt bis heute fort. Dieter Mann hat sich stets zur DDR bekannt. „Ich weiß nicht, ob ich im Westen so möglich gewesen wäre, wie ich im Osten wirklich werden durfte“, hat Dieter Mann 2016 in seinem Erinnerungsbuch zu Protokoll gegeben und die ABF als historische Leistung der DDR beschrieben. „Sie wollte aus Geringen Gebildete machen, und zwar, ja, das muss man so sagen: massenhaft, prinzipiell.“ : Ehrenpreis für Dieter Mann im späten Sommer der Gerechtigkeit



Zeitzeugengespräch mit Günter Schneidewind

Günter Schneidewind war Englischlehrer in der DDR und moderierte eine wöchentliche Sendung beim Jugendradio DT64.

Andreas Knedlik interviewte ihn im Juli 2020 in Karlsruhe und fragte ihn dabei u. a. danach, welche Musik die Jugend in der DDR hörte, wie er damals den Mauerfall erlebte. Dies und mehr in einem herzerfrischenden Zeitzeugengespräch mit Günter Schneidewind. Websites von Andreas Knedlik | Günter Schneidewind



30 JAHRE DEUTSCHE EINHEIT

Erinnert sei in diesem Jahr an die Herausgabe einer mit viel Engagement zusammengetragenen Dokumentation, die auf beeindruckende Weise die Bemühungen belegt, den Hörfunk vom Oktober 1989 an bis Oktober 1990 von einem Staats- und Parteimedium in eine öffentlich-rechtliche Anstalt umzuwandeln.

Angesichts der Rasanz und Turbulenz der Ereignisse auf dem Weg zur deutschen Vereinigung und ihrer Auswirkungen auf die Medienlandschaft sind Einblicke in diese zeitlich viel zu kurze Chronik nach 30 Jahren wertvoller denn je. Auch wenn es ihre Aufgabe damals nicht war und sein konnte zu beurteilen, wer in diesen Monaten zu demokratischen Positionen fand, wer sich nicht von alten Strukturen trennen konnte oder wer sich als "Wendehals" betätigte. Vielmehr war das damalige Anliegen, mithilfe der über 600-seitigen Chronik die Prozesse durch Fakten darzustellen, wesentliche Aktivitäten und Kräfte zu benennen und - auch in Abgrenzung zu früherer Rundfunkgeschichtsschreibung - die vielen Widersprüchlichkeiten transparent zu machen.

Da das Buch noch vom damaligen Funkhaus Berlin | Lektorat Rundfunkgeschichte herausgegeben wurde, ist es inzwischen nur noch im Antiquariate - wenn überhaupt - käuflich zu erwerben: Inhaltsverzeichnis und Vorwort als PDF




Das Funkhaus Berlin mal aus einer anderen Perspektive betrachtet. In dem Zusammenhang sei daran erinnert, dass daneben jahrelang eines der so genannten Futuro-Häuser stand, welches inzwischen auf einem Schiff ausgelagert als Futuro 13 darauf wartet, sorgfältig restauriert zu werden. In naher Zukunft wird es dann Instituten und Universitäten zu Forschungszwecken zur Verfügung stehen. Collage: © Elisabeth Heller im Juli 2020

Veränderungen, Wandel, Verfall und Wiederaufbau. Einblicke, Durchblicke in Höfe hinein, das Spiel von Licht und Schatten auf lebendig erscheinenden Fassaden. All das ist es, was den Maler Oliver-Reymond Reiland schon immer fesselte. Und der Künstler gehört mit zu einem der ersten überhaupt, der im Funkhaus ein kleines Atelier mietete und als einziger - soweit zumindest bekannt - in vier faszinierenden Bildern etwas vom ehemaligen DDR-Rundfunkgelände festhielt, bevor es womöglich eines Tages ganz verschwinden wird oder an gleicher Stelle längst Neues entstand.

Im Juni 2020 gab Oliver-Reymond Reiland für immer sein Atelier im Funkhaus auf. Neben seinem Abschiedsbild drei weitere Bilder aus den Jahren 2018-2019:

Abschiedsfotos des Künstlers Oliver-Reymond Reiland bei seinem Auszug aus dem Funkhaus im Juli 2020

Blick über einen Teil der Sheddachhalle und Innenhof hin zur Reederei | Riesenrad im Hintergrund erkennbar




Sreenshot-Link zum Video

Mit 32 Konzerten in vier Tagen war der weltberühmte Musiker Cameron Carpenter mit seiner auf einem LKW montierten Orgel auf Tour durch Berlin. Er betrat die Offline-Bühne, um in Coronazeiten isolierte Senioren mit Werken von Bach zu erfreuen.

Mit außergewöhnlichen Aktionen machten in "Zeiten der Vereinzelung" wegen Corona Künstler*innen auf sich aufmerksam, die einst im Funkhaus-Ost einige ihrer Alben produzierten oder dort sogar Konzerte gaben - somit auch Zeuge der besonderen Akustik im großen Aufnahmesaal wurden. Rückblickend nachzuspüren unter den jeweiligen Rubriken "Momentaufnahmen" der Jahre 2012 | 2013 | 2014 | 2015 und 2016 auf dieser Website.

Nur einige wenige besagter Musiker*innen seien an dieser Stelle genannt: Daniel Hope, Max Richter und das Deutsche Kammerorchester, Max Herre & Joy Denalane, Pierre-Laurent Aimard, Igor Levit, Jonas Kaufmann, Rundfunkchor Berlin, Cameron Carpenter, Lisa Batiashvili & Daniel Barenboim mit dem Staatsorchester Berlin

Auf Initiative des britischen Geigers Daniel Hope während der Ausgangssperre der Corona-Krise konnten 34 Hauskonzerte weltweit abgerufen werden. Zum Abschluss erwartete die Fans von "Hope@Home" ein ganz besonderes Highlight mit dem aus Oxford zugeschalteten britischen Komponisten Max Richter: Episode 34 || Hope@Home | Hauskonzerte mit Daniel Hope

Im Anschluss an diese so wunderbaren Konzerte ging Daniel Hope auf eine Tournee durch ganz Deutschland, um damit vor allem eine Musikszene zu unterstützen, die während der Krise zum Stillstand verurteilt war: Hope on tour! Live-Konzerte mit Daniel Hope

Igor Levit streamte ab März 2020 täglich ein Hauskonzert über Twitter. 52 in Folge. Was ihn dazu bewegte, versuchte Christiane Peitz in Erfahrung zu bringen: Diese Hauskonzerte waren die Rettung für mich ||| Aspekte Talk "Wie klingt die Einsamkeit?"

Weitere Aktivitäten der oben mit erwähnten Künstler*innen in Coronazeiten 2020: Rundfunkchor Berlin | Daniel Barenboim & das Staatsorchester Berlin | Lisa Batiashvili | Max Herre | Jonas Kaufmann + Weniger Rekorde, mehr leben





Wer hätte gedacht, dass einstige Mitarbeiter von Jugendradio DT64 über 30 Jahre nach der Wende einmal einen „Maulkorb“ bekommen werden? Die Corona-Pandemie brachte den ehemaligen DT64-Musikjournalisten Stefan Lasch auf die Idee, am 56. Geburtstag von DT64 die Werbefläche seines Corona-Mund-Nasen-Schutzes dem wichtigen Übergang vom Festivalradio „Sonderstudio Deutschlandtreffen“ Pfingsten 1964 zum Regelbetrieb im Berliner Rundfunk als „Jugendstudio DT64“ am 29.06.1964 zu widmen. Weiterlesen ...





8. Juni 2020 | Feature & Hörspiele | Deutschlandfunk Kultur

Peter Gugisch, Germanist, Hörspielautor und ehemaliger Hauptabteilungsleiter der Funkdramatik des Rundfunks der DDR, ist auch der Autor des Krimi-Hörspiels: Ein Spiel | Ein Ex-Kommissar erfindet den perfekten Mord




Blicke ins ehemalige Hörspielstudio H1

8 auf einen Streich

In Corona-Zeiten strahlte RBB Kultur einst im Rundfunk der DDR produzierte Märchenhörspiele aus dem Hörspielschatz des Deutschen Rundfunkarchivs aus: Start war der 6. April 2020 mit dem Kinderhörspiel "Das kalte Herz" : ALLE Folgen bis 17. April 2020





2009 - 2020 | Abschied vom klassischen Design | Wechsel zum responsiven Design




13. Februar 2020 | Welttag des Radios

In vielen Regionen der Welt ist das Radio immer noch die einzige Informationsquelle. Seine Nutzung reicht bis in die hintersten Winkel der Erde und ermöglicht abgeschieden lebenden Menschen wie auch gesellschaftlichen Randgruppen es zu nutzen und daran mitzuwirken – so die UNESCO. | LeseTipp




In der Berliner Zeitung war am 7. Januar 2020 ein Beitrag von Mechthild Henneke zu finden, in dem von Zukunftsplänen des Funkhauses die Rede ist: Das sind die Pläne für das Gelände des früheren DDR-Rundfunks || Am 11.1. noch einmal in der BZ unter Überschrift: Messen in den Sendesälen


Momentaufnahmen aus den Jahren 2015 bis 2020





Die Herausgeberin der Zeitreisen-Webpräsenz freut sich über Zeitzeugen*innen, die peu à peu helfen, die Seiten dieses Online-Portals mit historischen Dokumenten auch weiterhin zu füllen. || Entgegen genommen werden bereits aufbereitete digitalisierte Beiträge unter Einhaltung des Datenschutzes. || Stationen der virtuellen Zeitreise