Momentaufnahmen | 60er Jahre




In den 60ern des letzten Jahrhunderts existieren beim DDR-Rundfunk die Hörfunkprogramme Radio DDR I, der Deutschlandsender und der Berliner Rundfunk sowie die so genannten Ergänzungsprogramme wie Radio DDR II als auch die Berliner Welle. Seit Ende der 50er gibt es bereits den Auslandsdienst Radio Berlin International. 1960 veröffentlicht die DEFA einen Film über RBI, der auf dem Progress-Film-Portal abrufbar ist. Framessreenshot-Link führt direkt zur Vorschau bei Progress:


Radio Berlin International am 2.10.1990 | Weblink zu YouTube

Hintergrundinformationen dazu finden Sie mit jeweils weiterführenden Links, Dokumenten und Hörzitaten auch auf Seiten des DRA, auf die dieses Portal ganz gezielt verweisen möchte.

Am 13. August 2021 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 60. Mal. Anlässlich dieses historischen Jahrestages hat das Deutsche Rundfunkarchiv ein Web-Spezial mit Nachrichtenvideos, Produktionsfotos und Hörfunkmitschnitten u. a. online gestellt: DRA SPEZIAL MAUERBAU 1961


Sendungen, die in den 60ern ins Programm genommen wurden, waren u. a. Neumann – 2x klingeln auf Radio DDR I. Eine Familienserie, die am 3. Februar 1968 startet. Aber auch die Spitzenparade war ein kabarettistisches DDR-Rundfunkprogramm während des Ätherkrieges: Das besondere Dokument (Seite 6) | 1964 wurde auch ein Jugendsender gegründet, der 1986 als DT64 zum eigenständigen Sender wurde.




DDR-Rundfunkkomlex | Block E-T | Gebäudekomplex ist Mitte der 60er der neue "UKW- und Auslandsstudios"-Komplex des Rundfunks der DDR in der Nalepastraße - sozusagen "Erstausstattungsqualität" .


Blick hin zu E-R und E-T im Vordergrund | Bildautor vermutlich Herr M. Dummer | RFZ |


Die Überbleibsel von Block E-T und Block E-R nach 54 Jahren: © Elisabeth Heller | Frühjahr 2014


Ein Entkernungstrupp hat mit Atemschutz die gesamte Glaswolle aus dem Innenausbau geholt und in diesem Zustand dem Abrisstrupp übergeben. Jener wird staunen, wenn er die erste Wand einreißt, weil: wieder Glaswolle! Alles doppelwandig und ausgestopft. Offensichtlich lässt sich das Gebäude nicht so einfach entfernen.


Glaswolle, Glaswolle, wohin das Auge blicket | © Andreas Knedlik


Der Bau besteht aus acht identischen Sendekomplexen, immer zwei nebeneinander und zwei gespiegelt gegenüber und das gleiche noch einmal. Alles Flachbau, Dach drüber und Kabelgänge drunter, teils auch richtig unterkellert. Dort fanden sich später "Geheimstudios" für welchen Ernstfall auch immer. Das war 1963-64 nicht einmal allen wirklich unmittelbar an Bau und Planung Beteiligten bekannt, es wäre also zu fragen, wann das eingebaut wurde.

Für die Planung der Raumakustik, die bereits mit den grundlegenden Abmessungen und Formen der Räume sowie der baulichen Ausführung der Rohbauwände beginnt, zeichnete Gisela Herzog verantwortlich, die bereits Anfang der 50er Jahre die heute legendären Säle und Aufnahmeräume im Block B berechnet und geplant hatte und später auch die Akustikplanung zahlreicher Gesellschaftsbauten in der DDR durchführte, z.B. für das Haus der Kultur Gera, die Stadthalle Karl-Marx-Stadt oder entsprechende Säle in Schwedt und Suhl.

Alle Wände sind 36er Ziegelmauer (ohne Lochziegel) und ein- oder beidseitig verputzt, mit Klinkerverblendung. Jeder Raum steht auf eigenem Fundament und hat eigene Wände. Selbst die Wände innerhalb eines Komplexes sind zweischalig mit Glaswolle dazwischen. Hinter den Bauarbeitern standen zeitweise Aufpasser, damit niemand Mörtelreste oder halbe Steine in den Zwischenraum wirft.

Forderung war: im Kontroll -und Vorbereitungsraum volle Abhörlautstärke und dennoch in beiden zugehörigen Sprecherräumen getrenntes (!) Sprachprogramm mit der Möglichkeit, den Sprechern bei offenem Mikrofon Manuskripte nachreichen zu können. Also alles mit Schallschleusen und schweren Stahltüren. Es gibt keine parallelen Wände in Räumen, die mit Ton zu tun haben.

Die Raumakustik wurde mit Glaswolle und Rieselschutz (Stoffbespannung) eingestellt, die Nachhallzeit in den Sprecherräumen liegt um 0.3 - 0.4 s (Sprecherraum 1) bzw. 0.2 - 0.3 s (Sprecherraum 2) mit jeweils gering längerer Nachhallzeit im Bereich niedriger Frequenzen (ca. 0.5 s), das Übersprechen zwischen den Räumen eines Komplexes wurde gegenüber der Berechnung um 2-5 dB verfehlt, je nach Frequenzbereich.


Grundriss eines Sendekomplexes | Zeichnung: Gisela Herzog || Das Redaktionsgebäude E-R (mit Paternoster) wurde zeitnah hochgezogen.




Zu den Fotos: Block E-T Urzustand 1965 | Kontrollraum noch mit 2-Mann-Betrieb (separater Abspieldienst), Produktionsraum im Verbindungstrakt, Sprecherrraum im Verbindungstrakt, Fotos: vermutlich Herr M. Dummer | RFZ (automatischer Bildwechsel) | Rechts außerhalb des Bildes stand noch eine zweite Bandmaschinenanlage mit zwei weiteren Maschinen. Hinter dem Abspieldienst sieht man Sprecherraum 1 mit der Mikrofonabhängung. Später rückten mit dem Umbau auf Einmann-Betrieb die Bandmaschinen hinter den Sendefahrer. Dann sah es dort so aus | Bildlink .

Recherche | Text: Dr. Christian Schubert | Beeindruckende Sätze rund ums Funkhaus fand Dr. Christian Schubert in einem Beitrag vom April 2014: Kultur- und Kongresszentrum Gera




Auch das Subharchord | Hybrid-Synthesizer wurde in den 60ern entwickelt. Hierzu eine Kurzcharakteristik und autorisierte Version der Subharchord-Teams mit dem Hinweis darauf, dass einige Informationen zum Subharchord, die unter www.subharchord.de veröffentlicht sind, NICHT in Übereinstimmung mit der autorisierten Darstellung stehen und deshalb nicht mit übernommen wurden:


Ein Ausblick ins Jahr 2021: Gerhard Steinke verweist auf ein besonders exotisches Ausstellungstück bei "Google Arts & Culture"


Momentaufnahmen | 50er bis 90er Jahre





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