Momentaufnahmen | 2019




2019 | Themenjahr 30 Jahre Mauerfall

Im Dezember 2019 erscheint im Medienpolitischen ver.di Magazin: Menschen Machen Medien ein ausführlicher Beitrag des Zeitzeugen Wolfhard Besser über: "Neues Leben im alten Funkhaus | Standort für Unternehmen aus der Medien- und Kulturbranche"




Veronika Fischer ist eine der Künstlerinnen aus der DDR, deren Biografie zusammen mit denen von Reiner Schöne und Dietrich Kessler von der Gruppe Magdeburg (einst "Klosterbruder") im Mittelpunkt des Films "Nach drüben Oststars wechseln die Seiten" steht. In der filmischen Dokumentation erzählen Michael Rauhut und Tom Franke darüber hinaus aber auch von der Gruppe Renft, Nina Hagen und von der Ausbürgerung ihres Ziehvaters Wolf Biermann.


Filmpremiere in der Volksbühne Berlin: © Elisabeth Heller


Zusätzliche Kommentare des Musikwissenschaftlers Prof. Peter Wicke, des ehemaligen Rundfunkredakteure Olaf Leitner (RIAS) und einstigen Musikchefs von DT64, Wolfgang Martin, erlauben im Film nicht nur eine zeithistorische Einordnung, sondern machen u. a. auch deutlich, wie Musikredakteur*innen im DDR-Rundfunk arbeiteten und in welchem Dilemma sich Rundfunkjournalisten in der DDR täglich befanden. Denn einesteils hatten sie den ideologischen Vorgaben der SED-Spitze zu genügen und gleichzeitig aber sollten sie durch unterhaltsame Programme verhindern, dass die Hörer zu Westsendern abwanderten. Passend zum AnschauTipp im Dezember 2019 noch zwei HörTipps: Tipp1 von RBB Kultur | Tipp2 von Deutschlandfunk Kultur




Bildrechte des Logos: MDR

Von Zensur, Freiheit und Neubeginn | Die Friedliche Revolution im Rundfunk
Feature und Gespräche von und mit Dagmar Weitbrecht

Zwischen den Zeilen schreiben ist oft die einzige Möglichkeit, Botschaften zu transportieren. Die SED legt fest, worüber und wie im Radio berichtet wird. Nach dem Rücktritt Erich Honeckers im Oktober 1989 können Journalisten in der DDR freier arbeiten. Mit der Friedlichen Revolution ändern sich die Strukturen im Radio. Die Zentralprogramme werden schrittweise von Landessendern abgelöst.


Details auf der Website von MEDIEN360G




"Nach den Grenzöffnungen in der Nacht zum 10. November 1989 ergaben sich nahezu ungeahnte Möglichkeiten auch für die Journalisten beim Fernsehen, im Radio und in den Zeitungsredaktionen. Ein frischer Wind wehte durch alle Redaktionsstuben.
Eine neue kreative Phase war angebrochen. Es war jene Zeit, als die Staatlichen Komitees für Fernsehen und Rundfunk vom DDR-Ministerrat aufgelöst und deren Mitarbeiter entlassen wurden ... " | Abbild-Klick für den vollständigen Beitrag "SENDESCHLUSS".

Der Zeitzeuge Herbert Schadewald ist Autor des Beitrages auf Seite sechs der 4. Ausgabe der "Querköppe" 2019 der Ver.di Seniorinnen und Senioren sowie eines gleichnamigen Artikels vom 7.12. in der "jungen Welt" mit dem Untertitel: Das Ende vom Rundfunk der DDR. Eine Reminiszenz in Bildern

Die Bildunterschriften des genannten Beitrags hat Herr Schadewald nicht zu verantworten. Auf dem Gelände arbeiteten 3500 Leute. Der Betriebskinderkarten befand sich außerhalb der DDR-Rundfunkzentrums. Und die gezeigte Technik befand sich damals so auch nicht im Zimmer des Intendanten.


Im Themenjahr "30 Jahre Mauerfall" sei außerdem an das Buch "Vom Fernsehen und Radio der DDR zur ARD" von Reiner Stein erinnert. Erschienen im Jahr 2000 wirft es Fragen danach auf, ob die "Abwicklung der Einrichtung" tatsächlich unausweichlich war oder einfach nur Chancen für Demokratie, Kultur und Identität vertan wurden. Derzeit noch mögliche LeseProben bei Weltbild oder Google books




Zu BBC London

Comrade Africa
Eine Dokumentation über "Radio Berlin International" von Sabine Schereck

Für den Westen war die DDR grau und trostlos. Dass von dort aus schwingende afrikanische Klänge über den Äther gingen, ist nichts womit man rechnet. Dennoch: Radio Berlin International, 'die Stimme der Deutschen Demokratischen Republik' hat dies möglich gemacht in all den Jahren, in denen es nach Afrika sendete.

Die Arbeit basiert auf den engen Verbindungen zwischen der DDR und großen afrikanischen Staaten wie Tanzania und Angola in den 1960er, 70er und 80er Jahren.

Die Historikerin Dr Emily Oliver verfolgt die Spur von "Radio Berlin International": als multikulturelles Fleckchen innerhalb der DDR nahm es dort einen besonderen Platz ein. Was geschah hinter den Kulissen? Die Regierung setzte strenge Auflagen über das, worüber berichtet werden durfte. Den Radiomacher musste der Balanceakt gelingen, diese Auflagen einzuhalten und gleichzeitig mit Sendern wie dem BBC World Service zu konkurrieren. Ihnen war natürlich auch bewusst, dass RBI nicht der einzige deutsche Auslandssender war Westdeutschland betrieb die "Deutsche Welle", die die Welt ganz anders darstellte.

Wie kamen RBI Angestellte aus anderen Ländern wie Tanzania mit den repressiven Verordnungen des DDR Regimes zurecht? Außerdem: Was RBI für afrikanische Hörer interessant machte, wie sich Deutsche und Angolaner über Kaffee und Traktoren verbündeten und wie der Kalte Krieg sich in Afrika abspielte zu einer Zeit, in der viele afrikanische Staaten um Unabhängigkeit kämpften. Mehr darüber in der englischsprachigen BBC-Dokumentation von Sabine Schereck | November 2019

In dem Zusammenhang sei an ein Interview mit Hannelore Steer erinnert, welches Vera Linß mit ihr 2013 führte | online gestellt am 16. April 2013 bei: World Wide Wagner




Weitere Onlinebeiträge im Themenjahr 30 Jahre Mauerfall von:

- von Jörg Wagner | Medienmagazin Special | Podcast | 9.11.2019: Die Rundfunkwende im Osten

Die "Rundfunkmauern" fielen in der DDR bereits drei Wochen vor der berühmten Novembernacht. Erste Berichte von den Montagsdemos sendete DT64 am 10.10.1989. Mit dem Honecker-Rücktritt am 18.10.1989 gab es zumindest bei DT64 keine staatlichen Eingriffe mehr. Die Menschen demonstrierten jedoch auf dem Berliner Alexanderplatz am 04.11.1989 für eine gesetzlich garantierte Meinungsfreiheit. Doch stimmt der Eindruck, dass die DDR-Medien den Mauerfall "verschlafen" haben?

- von Marc Bohn von SOUND & RECORDING | 9.11.2019: Zeitzeugen berichten aus der Studioszene-DDR

- Medienjournalist und Zeitzeuge Jörg Wagner | 7.11.2019: Funkhaus Berlin mein erster Arbeitsort

- von Stefan Elsbacher von Radio FM4 für Österreichs Hörer*innen: DT64 Das Jugendradio in der DDR

- von André Scheer | "Junge Welt" vom 6.11.2019: Umbenannt und abgeschaltet | Der Rundfunk der DDR wurde restlos abgewickelt


Von Zeitzeuge Wolfhard Besser | Sprachrohr 3|2019


Themenjahr 30 Jahre Mauerfall | Oktober 2019

DDR-Radiolegende Lutz Schramm "Was die sogenannten anderen Bands produziert haben ist einzigartig" | Weblink zu h1 || Webspecial: Soundtrack der Wende | die anderen bands der DDR




Sensitiv-Collage mit acht internen & exteren Links:


Zur internen Rubrik “Gelände | Übersicht”

Von Zeitzeugin Elisabeth Heller gestaltete und hier vergrößerte Collage nach einem Besuch am 5.10.2019 in der Nalepastraße

DT64 | Chronik einer angekündigten Abwicklung | Teil 1 | Weiterführender Link zum YouTube Kanal von Kai Brathuhn

DT64 | Chronik einer angekündigten Abwicklung | Teil 2 | Weiterführender Link zum YouTube Kanal von Kai Brathuhn

DT64 | Chronik einer angekündigten Abwicklung | Teil 3 | Weiterführender Link zum YouTube Kanal von Kai Brathuhn

DT64 | Chronik einer angekündigten Abwicklung | Teil 4 | Weiterführender Link zum YouTube Kanal von Kai Brathuhn

AudioLink zu World Wide Wagner | Dt64's erster Chef war Sigmar Krause. Im September 2019 verstarb er. Zu seinem Tod mehr in einem Audio vom 28.09.2019 AB MINUTE 37'18'‘! | Weblink zu Word Wide Wagner vom 28.09.2019




30 Jahre Mauerfall | Corso Spezial vom 3. 10. 2019 zum Nachhören:
Popkultur 89 | RIAS, DT64 und die Wende | Deutschlandfunk

Der Herbst 1989 war auch für die Jugend- und Musikradios in Ost und West eine Zäsur: DT64 löste sich mehr als zuvor von den Vorgaben der DDR-Führung, während der RIAS die Dämmerung heraufziehen sah. Und im Hintergrund spielten Renft, Rio Reiser und Udo Lindenberg den Soundtrack der Wende. Marion Brasch und Olaf Leitner im Gespräch mit Adalbert Siniawski | Quelle: Deutschlandfunk




DREHORT FUNKHAUS

Am 29.08.2019 startete in den deutschen Kinos mal wieder ein Film mit einzelnen Szenen, die im Funkhaus in der Nalepastraße gedreht wurden. Zu erkennen sind im Filmtrailer beispielsweise Aufnahmesaal zwei, Foyer mit Freitreppe als auch Teile des "Hörnchengangs" des einstmals großen Produktionskomplexes Block B. Zudem bei Außenaufnahmen Bereiche vor dem Block C mit einstiger Kantine und Kultursaal. Nicht zuletzt werden wiederholt Türen der einstigen Redaktionsräume aus den 50ern des letzten Jahrhunderts sichtbar, die bis heute noch vereinzelt und vorrangig im Block A vorzufinden sind. Zeitzeugen*innen werden das gern bestätigen: PRÉLUDE Trailer German Deutsch (2019) || Wikipedia


24. Juni 2019 | Weltpremiere des Liebesfilms „TRAUMFABRIK" in Berlin

Collage aus Sreenshots | Quelle: Trailer zum Film "Traumfabrik"

Auch für diesen Film wurde in Teilen das Gelände des ehemaligen DDR-Rundfunkzentrums samt ihrer noch existierenden und denkmalgeschützten Gebäude mit diversen Innenräumen genutzt.

Besonders gelungen ist das Collagieren der Drehorte. So ist auszugsweise das Gelände in der Nalepastraße zusammen mit den Babelslberger Studios als Ganzes zu sehen. Von der Spree aus gleitet der Blick hinweg über das eigens installierte Eingangstor zwischen den Blöcken C und B - vorbei am Block A mit den Buchstaben „DEFA“ auf dessen Turm. In ihm befindet sich bis heute der so genannte „Pillensaal“, in dem ebenfalls gedreht wurde. Dahinter erkennbar der längst nicht mehr existente Part mit den ehemaligen DDR-Sendestudios: sehr geschickt "ersetzt" durch das Einbinden der Babelsberger Filmstudios.

Kenner*innen des Berliner Funkhauses bzw. ehemaligen DDR-Rundfunkmitarbeiter*innen beschert das Anschauen des Films - inzwischen erhältlich als DVD bzw. Blue-ray - nicht zuletzt durch das Wiedererkennen von Gebäuden und Innenaufnahmen mutmaßlich die eine oder andere Erinnerung. Offizielle Website zum Film "TRAUMFABRIK"




dBs MUSIC | dBs FILM lädt mit der Kennenlern-Virtual-Tour ein zum "Tag der offenen Tür" am 4. Mai 2019:




Flick Flack | Kultur über Kopf
... so der Titel einer Sendereihe für junge Leute bei ARTE.tv mit mehrminütigen Filmbeiträgen aus ganz Europa.

Seit Ende März 2019 ist in der ARTE.tv-Mediathek nun auch ein Video zu sehen, für dessen Produktion Hélène Bigot und Sébastien Bergé extra nach Berlin reisten, um dort zusammen mit der ehemaligen DDR-Musikredakteurin Elisabeth Heller noch vorhandene und betretbare Räumlichkeiten im denkmalgeschützten Part des Funkhauses zu erkunden. Das filmische Resultat dieser Expedition sei an dieser Stelle gern geteilt:


Screenshotlink zu ARTE.tv | Flick Flack || Alternativer Weblink zu ARTEde bei YouTube

Wenn die Elisabeth Heller im Video davon spricht, dass sie in DDR-Zeiten so was wie “Spotify” heute gewesen sei, ist das natürlich so nicht richtig. Denn im übertragenem Sinne nutzte sie für ihre Arbeit lediglich das seinerzeit vorhandene zentrale musikalische Angebot des Musikarchivs des DDR-Rundfunks. Siehe auch Interview im August 2020: Zeitzeugin Elisabeth Heller

Wie im von ARTE gestalteten Beitrag mit erwähnt wird, war es der Bauhausschüler und Architekt Franz Ehrlich, der in der Mitte des letzten Jahrhunderts gemeinsam mit Gerhard Probst das DDR-Rundfunkzentrum in Berlin entwarf und errichtete. Der im Verlauf des ARTE-Videos auch abgebildete lichtdurchflutete Bogengang im Block B mit seinen großen Stahlfenstern war seinerzeit lediglich eine Reminiszenz Franz Ehrlichs an das Bauhaus. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble war aber nicht im Bauhausstil errichtet worden. Siehe auch: BaudenkmaL


Ergänzend sei noch angemerkt, dass im analogen Zeitalter Musik noch nicht "gestreamt" werden konnte. Stattdessen kamen DDR-Redakteur*innen nicht umhin, sich täglich neu durch unzählige Musikbänder zu hören bis die einzelnen Musiktitel sicher im Kopf abgespeichert waren. Darüber und anderes mehr im hörenswerten Podcast. Podcastgründer Christian Conradi spricht mit Marion Brasch über das alte und neue Radio. Was war früher anders? Was hat das Radio verloren, das immer mehr Menschen im Podcast neu- oder wiederentdecken? Was können Podcasts vom Radio lernen und umgekehrt? Ein Gespräch über die:



Vor fast 30 Jahren gab es die erste und einzige deutsch-deutsche Hitparade. SDR3 und der Ostberliner Radiosender DT64 sendeten gemeinsam, und eine der damaligen Moderatorinnen aus dem Osten hieß Marion Brasch. Die geteilte Sendung vom 21.03.2019:





Foto: © Elisabeth Heller

Am 20. Februar 2019 feiert der leidenschaftliche Musiker, Komponist und Musikredakteur der Sendung "Schlagerrevue" | Radio DDR I seinen
90. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Die "Schlagerrevue" - sie gilt inzwischen als dienstälteste Hitparade der Welt - war eine Wertungssendung des Rundfunks der DDR, die 1953 noch im Funkhaus Leipzig als "Schlagerlotterie" ausgestrahlt und damals bereits vom Entertainer, Fernseh- und Radiomann sowie Talentesucher Heinz Quermann präsentiert wurde. 10 Jahre später - inzwischen angesiedelt bei Radio DDR I in Berlin - bestand der Moderator Heinz Quermann darauf, dass nach Gerhard Honig, Siegfried Mai und Walter Kubiczeck von nun an Siegfried Jordan die "Schlagerrevue" musikalisch betreuen möge. Auch wenn davon die damalige Sendeleitung nicht gerade begeistert schien, eine richtige Entscheidung in Hinblick darauf, dass die überaus fruchtbare Zusammenarbeit von Musikredakteur und Moderator bis 1988 in der DDR anhielt. Woran sich Siegfried Jordan bis heute ganz persönlich noch erinnert, erfahren Sie auf der internen Seite zu Siegfried Jordan




"Das nunmehr zehnjährige Bestehen der Website zeitreisen-nalepafunk nahm die Redaktion der ver.di-Publikation "Die Querköppe" zum Anlass, um in ihrer ersten Ausgabe 2019 die engagierte Macherin dieser historisch wertvollen Dokumentensammlung zu porträtieren.

Mit dieser Veröffentlichung wurde die intensive Erinnerungsarbeit der ehemaligen Musikredakteurin Elisabeth Heller gewürdigt, die durch ihre ehrenamtlichen Aktivitäten einen tiefen Einblick nicht nur in die Geschichte des DDR-Rundfunks vermittelt."

... so Herbert Schadewald, Autor des Beitrages "Die Zeitzeugin" in der ersten Ausgabe "Die Querköppe" | 1-2019 - Seite fünf

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Momentaufnahmen aus den Jahren 2015 bis 2020




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