HörSehTipps




Vom Ende der DDR und der Neuordnung des Rundfunks vor drei Jahrzehnten

Mit der DDR sollte auch ihr Rundfunksystem abgewickelt werden. Versuche es selbst zu reformieren, gelangen nicht. Und so wurde ausgerechnet ein konservativer Bayer mit dem Neustart des Rundfunks in den neuen Bundesländern beauftragt. Dort galt er rasch als einer, der beliebte Sender und Programme rücksichtslos abschaltete - zugunsten der alten BRD-Sender. Doch traf das wirklich zu?

Ein spannungsgeladenes Kapitel deutscher Rundfunkgeschichte begann, bei dem die verschiedensten politischen Interessen aufeinandertrafen:

Sendeschluss oder Neustart? Vom Ende der DDR und der Neuordnung des Rundfunks

Geteiltes Feature von Thomas Gaevert | Erstausstrahlung am 11. November 2020 im SWR . Sendequelle || Manuskript zum privaten Download




Musizierende Mitarbeitende der Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen | © Museumsstiftung Post und Telekommunikation |

Wolfgang Martin, ehemaliger Musikredakteur und Moderator im DDR-Rundfunk erzählt in seinem Buch davon "Wie die Westmusik ins Radio kam" . Wie aber kam die Musik einst überhaupt ins Radio? Darüber und über so vieles andere mehr gibt eine Ausstellung im Berliner Museum für Kommunikation Auskunft:

ON AIR. 100 Jahre Radio

Zwei Tage vor Weihnachten ertönt „Stille Nacht, heilige Nacht“ im Radio, intoniert von Klarinette, Harmonium, Streichinstrumenten und Klavier. Was heutzutage nichts Besonderes mehr ist, war vor rund 100 Jahren eine Sensation: Am 22. Dezember 1920 spielten Reichspostmitarbeitende der Hauptfunkstelle Königs Wusterhausen bei Berlin ein historisches Weihnachtskonzert – die erste öffentliche Rundfunkaussendung in Deutschland.

Im Netz entdeckt ergänzende HörTipps von Johannes Fischer | RBB und Gerd Brendel | ARD Audiothe sowie vom ehemaligen DT64-Moderator Joachim Dresdner. Er gestaltete und moderierte in den 80ern gleich mehrere Sendungen bei DT64. Inzwischen arbeitet er als freier Journalist für diverse Hörfunksender. U. a. auch für den MDR. Sein Beitrag dort zu: “OnAir | 100 Jahre Radio” im Museum für Kommunikation in Berlin.

In einem zurückliegenden Medienpraxis-Beitrag erinnert Joachim Dresdner noch einmal an sein DT64 mit weiterführenden und hier ausgegliederten Weblinks:




“Radio und Demokratie | Was ist das demokratische Potential von freien und Bürger*innenradios?”.

Unter diesem Motto strahlt im 30. Jahr der Wiedervereinigung das Zentrum für Demokratie ein Bürgerradio aus. Verweisen möchten wir darauf vor allem auch deshalb, weil am Tag eins der Radiodemokratiekonferenzen Personen aus dem Bereich des privaten als auch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu Wort kommen. So auch der ehemalige DDR-Rundfunk-Kollege Dietmar Ringel. Zur Pressemitteilung auf der Website des Zentrums für Demokratie



Ein Berufsstand mit überaus facettenreichen Seiten wurde bisher kaum angemessen gewürdigt. Insbesondere der von den Musikredakteur*innen im DDR-Funk und Fernsehen. Umso erfreulicher ist es, dass Wolfgang Martin in seinem im September 2020 erschienenen Buch "Wie die Westmusik ins Ostradio kam" sowie in einem Gespräch mit Erich Wartusch von dieser Arbeit etwas ausführlicher erzählt. Ebenso wie seine damalige Musikredakteurskollegin Elisabeth Heller, die seinerzeit bei Radio DDR I agierte. Andreas Knedlik besuchte sie im August 2020 in Berlin-Karlshorst: Interview | digiandi.de || Siehe auch: Musikredakteur*innen im DDR-Rundfunk

Im gleichen Monat besuchte Andreas Knedlik auch Jörg Wagner, der über seinen Weg zum Hörfunk, darüber, was die Jugend in der DDR im Radio hörte, aber auch über den Rundfunk in der Ost-Berliner Nalepastraße vor, während und nach der Wende erzählt: Andreas Knedlik im Gespräch mit Jörg Wagner

Radio am Ende der DDR: Jörg Wagner und Ronald Weber erinnern an einen »Medienputsch« der ganz besonderen Art: Der Westen übernimmt | Vor 30 Jahren okkupierte RIAS 1 kurzzeitig die Frequenzen des DDR-Jugendradios DT64 || 08.09.1990 - Der RIAS-Frequenzen wird rückgängig gemacht

Zeitzeugengespräch mit Günter Schneidewind

Günter Schneidewind war Englischlehrer in der DDR und moderierte eine wöchentliche Sendung beim Jugendradio DT64.

Andreas Knedlik interviewte ihn im Juli 2020 in Karlsruhe und fragte ihn dabei u. a. danach, welche Musik die Jugend in der DDR hörte, wie er damals den Mauerfall erlebte. Dies und mehr in einem herzerfrischenden Zeitzeugengespräch mit Günter Schneidewind. Websites von Andreas Knedlik | Günter Schneidewind

Matthias Thalheim - ab 1984 Dramaturg in der Hörspielabteilung beim Rundfunk der DDR - 1990-91 Leiter der Hörspielabteilung von Sachsen Radio, von 1992 bis 2020 Chef Künstlerisches bei MDR KULTUR hat 40 Jahre Radio-Geschichte erlebt und mitgeschrieben. Im Juli 2020 zieht er zusammen mit Ellen Schweda Resümee in der Sendung MDR Kultur trifft | AL



Veränderungen, Wandel, Verfall und Wiederaufbau. Einblicke, Durchblicke in Höfe hinein, das Spiel von Licht und Schatten auf lebendig erscheinenden Fassaden. All das ist es, was den Maler Oliver-Reymond Reiland schon immer fesselte. Und der Künstler gehört mit zu einem der ersten überhaupt, der im Funkhaus ein kleines Atelier mietete und als einziger - soweit zumindest bekannt - in vier faszinierenden Bildern etwas vom ehemaligen DDR-Rundfunkgelände festhielt, bevor es womöglich eines Tages ganz verschwinden wird oder an gleicher Stelle längst Neues entstand.

Im Juni 2020 gab Oliver-Reymond Reiland für immer sein Atelier im Funkhaus auf. Neben seinem Abschiedsbild drei weitere Bilder aus den Jahren 2018-2019:




Sreenshot-Link zum Video

Mit 32 Konzerten in vier Tagen war der weltberühmte Musiker Cameron Carpenter mit seiner auf einem LKW montierten Orgel auf Tour durch Berlin. Er betrat die Offline-Bühne, um in Coronazeiten isolierte Senioren mit Werken von Bach zu erfreuen.

Mit außergewöhnlichen Aktionen machten in "Zeiten der Vereinzelung" wegen Corona Künstler*innen auf sich aufmerksam, die einst im Funkhaus-Ost einige ihrer Alben produzierten oder dort sogar Konzerte gaben - somit auch Zeuge der besonderen Akustik im großen Aufnahmesaal wurden. Rückblickend nachzuspüren unter den jeweiligen Rubriken "Momentaufnahmen" der Jahre 2012 | 2013 | 2014 | 2015 und 2016 auf dieser Website.

Nur einige wenige besagter Musiker*innen seien an dieser Stelle genannt: Daniel Hope, Max Richter und das Deutsche Kammerorchester, Max Herre & Joy Denalane, Pierre-Laurent Aimard, Igor Levit, Jonas Kaufmann, Rundfunkchor Berlin, Cameron Carpenter, Lisa Batiashvili & Daniel Barenboim mit dem Staatsorchester Berlin

Auf Initiative des britischen Geigers Daniel Hope während der Ausgangssperre der Corona-Krise konnten 34 Hauskonzerte weltweit abgerufen werden. Zum Abschluss erwartete die Fans von "Hope@Home" ein ganz besonderes Highlight mit dem aus Oxford zugeschalteten britischen Komponisten Max Richter: Episode 34 || Hope@Home | Hauskonzerte mit Daniel Hope

Im Anschluss an diese so wunderbaren Konzerte ging Daniel Hope auf eine Tournee durch ganz Deutschland, um damit vor allem eine Musikszene zu unterstützen, die während der Krise zum Stillstand verurteilt war: Hope on tour! Live-Konzerte mit Daniel Hope

Igor Levit streamte ab März 2020 täglich ein Hauskonzert über Twitter. 52 in Folge. Was ihn dazu bewegte, versuchte Christiane Peitz in Erfahrung zu bringen: Diese Hauskonzerte waren die Rettung für mich ||| Aspekte Talk "Wie klingt die Einsamkeit?"

Weitere Aktivitäten der oben mit erwähnten Künstler*innen in Coronazeiten 2020: Rundfunkchor Berlin | Daniel Barenboim & das Staatsorchester Berlin | Lisa Batiashvili | Max Herre | Jonas Kaufmann




Peter Gugisch, Germanist, Hörspielautor und ehemaliger Hauptabteilungsleiter der Funkdramatik des Rundfunks der DDR, ist auch der Autor des Krimi-Hörspiels. Ausgestrahlt am 8. Juni 2020 bei Deutschlandfunk Kultur: Ein Spiel | Ein Ex-Kommissar erfindet den perfekten Mord




Blicke ins ehemalige Hörspielstudio H1

8 auf einen Streich

In Corona-Zeiten strahlte RBB Kultur einst im Rundfunk der DDR produzierte Märchenhörspiele aus dem Hörspielschatz des Deutschen Rundfunkarchivs aus: Start war 6. April 2020 mit dem Kinderhörspiel "Das kalte Herz" : ALLE Folgen bis 17. April 2020




Themenjahr 30 Jahre Mauerfall

Veronika Fischer ist eine der Künstlerinnen aus der DDR, deren Biografie zusammen mit denen von Reiner Schöne und Dietrich Kessler von der Gruppe Magdeburg (einst "Klosterbruder") im Mittelpunkt des Films "Nach drüben Oststars wechseln die Seiten" steht. In der filmischen Dokumentation erzählen Michael Rauhut und Tom Franke darüber hinaus aber auch von der Gruppe Renft, Nina Hagen und von der Ausbürgerung ihres Ziehvaters Wolf Biermann.


Filmpremiere in der Volksbühne Berlin: © Elisabeth Heller


Zusätzliche Kommentare des Musikwissenschaftlers Prof. Peter Wicke, des ehemaligen Rundfunkredakteure Olaf Leitner (RIAS) und einstigen Musikchefs von DT64, Wolfgang Martin, erlauben im Film nicht nur eine zeithistorische Einordnung, sondern machen u. a. auch deutlich, wie Musikredakteur*innen im DDR-Rundfunk arbeiteten und in welchem Dilemma sich Rundfunkjournalisten in der DDR täglich befanden. Denn einesteils hatten sie den ideologischen Vorgaben der SED-Spitze zu genügen und gleichzeitig aber sollten sie durch unterhaltsame Programme verhindern, dass die Hörer zu Westsendern abwanderten. Passend zum AnschauTipp im Dezember 2019 noch zwei HörTipps: Tipp1 von RBB Kultur | Tipp2 von Deutschlandfunk Kultur




Bildrechte des Logos: MDR

Von Zensur, Freiheit und Neubeginn | Die Friedliche Revolution im Rundfunk

Feature und Gespräche von und mit Dagmar Weitbrecht

Zwischen den Zeilen schreiben ist oft die einzige Möglichkeit, Botschaften zu transportieren. Die SED legt fest, worüber und wie im Radio berichtet wird. Nach dem Rücktritt Erich Honeckers im Oktober 1989 können Journalisten in der DDR freier arbeiten. Mit der Friedlichen Revolution ändern sich die Strukturen im Radio. Die Zentralprogramme werden schrittweise von Landessendern abgelöst.


Details auf der Website von MEDIEN360G




Zu BBC London

Comrade Africa

Eine Dokumentation über "Radio Berlin International" von Sabine Schereck

Für den Westen war die DDR grau und trostlos. Dass von dort aus schwingende afrikanische Klänge über den Äther gingen, ist nichts womit man rechnet. Dennoch: Radio Berlin International, 'die Stimme der Deutschen Demokratischen Republik' hat dies möglich gemacht in all den Jahren, in denen es nach Afrika sendete.

Die Arbeit basiert auf den engen Verbindungen zwischen der DDR und großen afrikanischen Staaten wie Tanzania und Angola in den 1960er, 70er und 80er Jahren. Die Historikerin Dr Emily Oliver verfolgt die Spur von "Radio Berlin International": als multikulturelles Fleckchen innerhalb der DDR nahm es dort einen besonderen Platz ein. Was geschah hinter den Kulissen? Die Regierung setzte strenge Auflagen über das, worüber berichtet werden durfte. Den Radiomacher musste der Balanceakt gelingen, diese Auflagen einzuhalten und gleichzeitig mit Sendern wie dem BBC World Service zu konkurrieren. Ihnen war natürlich auch bewusst, dass RBI nicht der einzige deutsche Auslandssender war Westdeutschland betrieb die "Deutsche Welle", die die Welt ganz anders darstellte.
Wie kamen RBI Angestellte aus anderen Ländern wie Tanzania mit den repressiven Verordnungen des DDR Regimes zurecht? Außerdem: Was RBI für afrikanische Hörer interessant machte, wie sich Deutsche und Angolaner über Kaffee und Traktoren verbündeten und wie der Kalte Krieg sich in Afrika abspielte zu einer Zeit, in der viele afrikanische Staaten um Unabhängigkeit kämpften. Mehr darüber in der der englischsprachigen BBC-Dokumentation von Sabine Schereck | November 2019

In dem Zusammenhang sei an ein Interview mit Hannelore Steer erinnert, welches Vera Linß mit ihr 2013 führte | seitdem auch online bei: World Wide Wagner




Beitrag von Jörg Wagner | Medienmagazin Spezial | Podcast | 9.11.2019: Die Rundfunkwende im Osten

Die "Rundfunkmauern" fielen in der DDR bereits drei Wochen vor der berühmten Novembernacht. Erste Berichte von den Montagsdemos sendete DT64 am 10.10.1989. Mit dem Honecker-Rücktritt am 18.10.1989 gab es zumindest bei DT64 keine staatlichen Eingriffe mehr. Die Menschen demonstrierten jedoch auf dem Berliner Alexanderplatz am 04.11.1989 für eine gesetzlich garantierte Meinungsfreiheit. Doch stimmt der Eindruck, dass die DDR-Medien den Mauerfall "verschlafen" haben?

Beitrag von Marc Bohn von SOUND & RECORDING | 9. 11. 2019: Zeitzeugen berichten aus der Studioszene-DDR

Beitrag von Stefan Elsbacher von Radio FM4 für Österreichs Hörer*innen: DT64 Das Jugendradio in der DDR




Themenjahr30 Jahre Mauerfall | Oktober 2019
Sensitiv-Collage mit acht weiterführenden internen & exteren Links:


Zur internen Rubrik “Gelände | Übersicht”

Von Zeitzeugin Elisabeth Heller gestaltete und hier vergrößerte Collage nach einem Besuch am 5.10.2019 in der Nalepastraße

DT64 | Chronik einer angekündigten Abwicklung | Teil 1 | Weiterführender Link zum YouTube Kanal von Kai Brathuhn

DT64 | Chronik einer angekündigten Abwicklung | Teil 2 | Weiterführender Link zum YouTube Kanal von Kai Brathuhn

DT64 | Chronik einer angekündigten Abwicklung | Teil 3 | Weiterführender Link zum YouTube Kanal von Kai Brathuhn

DT64 | Chronik einer angekündigten Abwicklung | Teil 4 | Weiterführender Link zum YouTube Kanal von Kai Brathuhn

AudioLink zu World Wide Wagner | Dt64's erster Chef war Sigmar Krause. Im September 2019 verstarb er. Zu seinem Tod mehr in einem Audio vom 28.09.2019 AB MINUTE 37'18'‘! | Weblink zu Word Wide Wagner vom 28.09.2019

Der andere Kanal

Hinweis zum Audiolink hin zu World Wide Wagner: Beginn erst bei Minute 37'18''


30 Jahre Mauerfall | Corso Spezial vom 3. 10. 2019 zum Nachhören: Popkultur 89 | RIAS, DT64 und die Wende | Deutschlandfunk

Der Herbst 1989 war auch für die Jugend- und Musikradios in Ost und West eine Zäsur: DT64 löste sich mehr als zuvor von den Vorgaben der DDR-Führung, während der RIAS die Dämmerung heraufziehen sah. Und im Hintergrund spielten Renft, Rio Reiser und Udo Lindenberg den Soundtrack der Wende. Marion Brasch und Olaf Leitner im Gespräch mit Adalbert Siniawski | Quelle: Deutschlandfunk




Der dicke Lipinski

Ein Feature von Sieglinde Scholz-Amoulong, seinerzeit Autorin und Regisseurin beim Rundfunk der DDR, entstand im Wendejahr. Es waren Momentaufnahmen vom Frühling und Herbst des Jahres 89", die damals noch im Funkhaus in der Nalepastraße
aufgezeichnet wurden.

30 Jahren später - am 30. März 2019 - strahlte es Deutschlandfunk Kultur noch einmal aus. Nachhörbar bleibt es unter der Rubrik "Hörspiel und Feature" - einem Angebot von Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur: Der dicke Lipinski




Flick Flack | Kultur über Kopf
... so der Titel einer Sendereihe für junge Leute bei ARTE.tv mit mehrminütigen Filmbeiträgen aus ganz Europa.

Seit Ende März 2019 ist in der ARTE.tv-Mediathek nun auch ein Video zu sehen, für dessen Produktion Hélène Bigot und Sébastien Bergé extra nach Berlin reisten, um dort zusammen mit der ehemaligen DDR-Musikredakteurin Elisabeth Heller noch vorhandene und betretbare Räumlichkeiten im denkmalgeschützten Part des Funkhauses zu erkunden. Das filmische Resultat dieser Expedition sei an dieser Stelle gern geteilt:


Screenshotlink zu ARTE.tv | Flick Flack || Alternativer Weblink zu ARTEde bei YouTube

Wenn die Elisabeth Heller im Video davon spricht, dass sie in DDR-Zeiten so was wie “Spotify” heute gewesen sei, ist das natürlich so nicht richtig. Denn im übertragenem Sinne nutzte sie für ihre Arbeit lediglich das seinerzeit vorhandene zentrale musikalische Angebot des Musikarchivs des DDR-Rundfunks. Siehe auch Interview im August 2020: Zeitzeugin Elisabeth Heller

Wie im Beitrag mit erwähnt wird, war es der Bauhausschüler und Architekt Franz Ehrlich, der in der Mitte des letzten Jahrhunderts gemeinsam mit Gerhard Probst das DDR-Rundfunkzentrum in Berlin entwarf und errichtete. Der im Verlauf des ARTE-Videos auch abgebildete lichtdurchflutete Bogengang im Block B mit seinen großen Stahlfenstern war seinerzeit lediglich eine Reminiszenz Franz Ehrlichs an das Bauhaus. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble war aber nicht im Bauhausstil errichtet worden. Siehe auch: BaudenkmaL


DDR-Hörfunkbestand im DRA

Überlieferungen des Rundfunks der DDR sowie des Rundfunks in der Sowjetischen Besatzungszone und des ostdeutschen Rundfunks der Wendezeit befinden sich im Deutschen Rundfunkarchiv.

Dazu passend ein Beitrag des Zeitzeugen Wolfhard Besser im "Sprachrohr", der Ver.di Mitgliederzeitung des Fachbereiches Medien, Kunst und Industrie Berlin-Brandenburg | Ausgabe 4/2018, S. 7.

Klick auf Abbildung




2003 hatten Besucher der 2. Berliner Hörfestspiele die wahrscheinlich letzte Chance überhaupt, gleich an zwei Tagen in den Räumen der ehemaligen Produktionsstudios einer Auswahl bester Hörspiele und -serien aus 40 Jahren Rundfunk der DDR zu lauschen. Details


Ob sich derartige Hörfestspiele jemals wiederholen, bleibt fraglich. Zumindest aber sind seit geraumer Zeit einige wenige DDR-Hörspiele und -serien auf CD erhältlich. Wie beispielsweise die durch den "Hörverlag" gehobenen Schätze für seine große Edition anlässlich des 200. Geburtstages von Theodor Storm.
Dabei auch "Der Schimmelreiter" mit Dagmar Manzel, Michael Schweighöfer u. a. oder auch das Märchen "Die Regentrude" mit Jörg Schüttauf, Anette Straube u. a.. - in der Nalepastraße produzierte Hörspiele aus den Jahren 1985 und 1989, die bis heute Hörgenuss und "Kopfkino" vom Feinsten bieten.

Ein Mausklick auf obenstehendes Cover führt zur Verlagssite mit einigen Hörproben. Die jpc-Schallplatten-Versandhandelsgesellschaft mbH erlaubt sogar das jeweils kurze Anspiel sämtlicher Tracks der sieben CDs: Weblink

Umfassende Informationen über und Einblicke in die Hörspielstudios in der Nalepastraße gestattet u. a. das auf diesem Webportal vorgestellte Fachbuch "Der Raum ist das Kleid der Musik".




Dank icestorm.de war oder ist es noch möglich, Geschichten aus beliebten Rundfunkserien und Hörspielen erstmals auch auf CD nach Hause zu tragen und dort wiederzuentdecken bzw. sich daran noch mal zu erinnern:


CD-Cover | Icestorm Audiobooks


NEUMANN 2 x klingeln | Rundfunkserie | Produktionsjahren 1967-1980 | 5 CDs

Beim Reinhören in die verschiedenen CDs nach fast drei Jahrzehnten werden wahrscheinlich Erinnerungen gleich in mehrerlei Hinsicht noch mal richtig wach. Vordergründig natürlich bei all jenen, die tatsächlich in der DDR lebten. Teils aber auch solche Momente, die bis heute noch immer schwer zu greifen bzw. in Worte zu fassen sind. Denn schon in DDR-Zeiten waren die Landesbewohner/innen besonders sensibilisiert dafür, zwischen den Zeilen zu lesen oder zu hören.

Fünf runde Scheiben mit einem Querschnitt aus einer Rundfunkserie als nur eine Form des Nachspürens von Zeitgeschichte mit einem aufschlussreichen Gespräch mit Herbert Köfer als Bonus auf ersten CD.

Herbert Köfer feiert am 17. Februar 2016 seinen 95. Geburtstag.




Märchen und Geschichten aus dem Butzemannhaus | Produktionsjahre 1974 - 1989 | 2 CDs


Blicke hin zu ehemaligen "Geräuscheerzeuger-Hilfen" | © Christian Schubert


Was ist denn heut' bei Findigs los?
Kinderhörspielserie des Berliner Rundfunks in der ehemaligen DDR | 2 CDs

Auf beiden Silberlingen sind Ausschnitte aus der halbstündigen Berliner Hörspielserie zu hören, die von 1958 bis Mitte 1990 in den Morgenstunden ausgestrahlt wurden. Erzählt wurden damals Geschichten aus dem DDR-Familienalltag mit mehreren Kindern.

Nach dem Motto "Lieder meiner Kindheit" wecken zusätzlich eingespielte Musiktitel aus jener Zeit weitere Erinnerungen. Wie beispielsweise "Schmusen muss sein" von Gerhard Schöne* oder auch "Als ich 13 war" von "Lacky". In Gedenken an den Sänger, der Generationen mit seinen Geschichtenliedern glücklich machte, der Weblink hin zu einem im Netz aufgespürten Filmchen aus der MDR-Reihe*Abschied ist ein leises Wort von 2013: Erinnerungen an Reinhard Lakomy




4 Märchenhörspiele nach den Brüdern Grimm
Produktionsjahre 1979, 1981 und 1991 | 2 CDs

Die Schauspielerin Carmen Maja Antoni, im oben verlinkten Abschiedsvideo zu Reinhard Lakomy zu sehen, agierte schon damals als Sprecherin, so u. a. auch im Märchen "Hänsel und Gretel" als Hexe und Mutter zugleich.

In dem Zusammenhang darf daran erinnert werden, wie auch im Bonus-Interview mit Herbert Köfer von ihm selbst angesprochen, dass die Schauspieler, Sprecherkinder, Regisseure, Drehbuchautoren, Toningenieure und Techniker über die Jahre immer mehr zu jeweils kleinen Rundfunkfamilien zusammen wuchsen; sie sehr gern zusammen arbeiteten. Der Schauspieler Dieter Mann bezeichnete im Film "Funkstille" von 2010* die ehemaligen Hörspielstudios gar als seine eigentliche Sprecherheimat.

Viele der einst im DDR-Rundfunk produzierten Hörspiele - insbesondere für Kinder - sind nach wie vor im Radio noch zu hören. Beispielsweise bei Deutschlandfunk Kultur am Sonntagmorgen. Den Podcast dazu kann jeder abonnieren: Weblink.

Podcastbeispiel: "Auf des Hechtes Geheiß" Kinderhörspiel nach einem russischen Märchen von Martin Morgner | Regie: Rüdiger Zeige | Komposition: Peter Gotthardt | Produktion: Rundfunk der DDR 1987 | Online nachzuhören bis 19.1.2019




Es macht Spaß, mit einem Abstand von Jahrzehnten noch mal in Original-DDR-Hörspielproduktionen hineinhören und einige wenige davon an dieser Stelle weiterempfehlen zu können. Nicht nur das, sondern überdies auf eine Zeitzeugin verweisen zu dürfen: auf Helga Deglmann, die in ihrer langjährigen Rundfunkzeit allein 28 Jahre Teil des KinderradiosTeams war.

Märchen und Geschichten aus dem Butzemannhaus
Produktionsjahre 1974 - 1989 | 2 CDs | Die Sendung "Aus dem Butzemannhaus" war bei Radio DDR I eine morgendliche Kindersendung | Sendezeit: 8.40 bis 9.00 Uhr.

Aus der Reihe "radioarchiv" bei Icestorm Audiobooks erschienen:


Weblink zu der Plattform mit Icestorm-Audiobooks-Angeboten: spondo.de

Mit ein bisschen Glück sind Buch Lieder aus dem Butzemannhaus und viele Kinderlieder zur Sendung Lieder und Geschichten bei diversen Online-Händler noch zu erwerben sind.

Progress ist einer der ältesten und größten deutschen Filmverleiher. Gegründet wurde sie am 1. August 1950 als deutsch-sowjetische Gesellschaft in Ost-Berlin. Progress brachte als einziger Filmverleih der Deutschen Demokratischen Republik etwa 12.000 Filme in die 830 Kinos des Landes. Fast die Hälfte davon waren Spielfilme und Dokumentationen der DEFA, des einzigen Filmstudios der DDR. Mit etwa 100 Mitarbeitern realisierte Progress rund vier Filmstarts pro Woche.

Der Fall der Mauer 1989 führte zu einer neuen Ausrichtung von PROGRESS: im Auftrag der DEFA-Stiftung vermarktete sie die einzige geschlossene Filmsammlung eines ganzen Landes, das zudem nicht mehr existiert. Hinzu kamen weitere einzigartige Sammlungen des 20. Jahrhunderts. Inzwischen sind diese Schätze auch online abrufbar.

Im Angebot u. a. auch Beiträge zum Butzemannhaus, zur Besichtigung des Aufnahmesaals 1 im Block B und zu DT 64 sowie zwei Kurzfilmen:


Butzemannhaus | Framessreenshot-Link zur Vorschau bei Progress

DT64 | Framessreenshot-Link zur Vorschau bei Progress

Besichtigung von Saal 1 | Framessreenshot-Link zur Vorschau bei Progress

Frames | Screenshot "Synthese" 1957 | Progress

Frames | Screenshot "RBI" 1960 | Progress




In einer kleinen Filmsequenz des Films Familie Brasch ist auch Peter Brasch kurzzeitig in H2 im Produktionskomplex B zu sehen. Vermutlich in den Jahre zwischen 1986 und 1989, als er beim DDR-Rundfunk als Regisseur und Dramaturg in der Kinderhörspielabteilung arbeitete. Einige der Kinderhörspiele in seiner Bearbeitung sind bis heute u. a. noch bei YouTube nachzuhören. Beispiele: Geschichten vom Mäuseken Wackelohr || Von der gebesserten Ratte || Die goldene Gans || Sechse kommen durch die ganze Welt







Die Herausgeberin der Zeitreisen-Webpräsenz freut sich über Zeitzeugen*innen, die peu à peu helfen, die Seiten dieses Online-Portals mit historischen Dokumenten auch weiterhin zu füllen. || Entgegen genommen werden bereits aufbereitete digitalisierte Beiträge unter Einhaltung des Datenschutzes. || Stationen der virtuellen Zeitreise