LeseTipps




Radiogeschichten von Wolfgang Martin

Ein Berufsstand mit überaus facettenreichen Seiten wurde bisher kaum gewürdigt: die der Musikredakteur*innen im DDR-Funk und Fernsehen. Umso erfreulicher ist es, dass Wolfgang Martin in seinem neuen Buch von solcher Arbeit erzählt, nachdem er bereits Bücher über die Musiker Dieter Birr und Holger Biege veröffentlichte.

Leser*innen nehmen Anteil an seinen Erlebnissen als Musikredakteur, Reporter und Moderator im Rundfunk der DDR, in denen er u. a. die großen Ost-Rock-Stars wie die Puhdys, die Gruppen Renft, Silly, Omega aus Ungarn oder Niemen aus Polen kennenlernte. Gleichermaßen erfahren sie vom Verfasser des Buches, welche West-Künstler*innen er für seine jeweiligen Sendereihen in den 70er Jahren bereits interviewte. Um nur einige wenige zu nennen: ABBA, José Feliciano, Status Quo oder auch Alexis Korner.

Am 10. September 2020 nun stellte Ulf Drechsel, der bis Ende 1991 Redakteur und Moderator beim „Jugendradio DT64“ war, erstmals das neue Buch von Wolfgang Martin im Berliner Kesselhaus vor. Musikalisch umrahmt wurden dabei die Gespräche und Lesungen vom Sänger Manuel Schmid am Keyboard. Am Ende der rundum gelungenen Veranstaltung - unter den Gästen im Kesselhaus befanden sich auch Dieter Birr, Georgi Gogow und Frank Schöbel - betonte Ulf Drechsel noch einmal, dass man Musik nur mit Leidenschaft machen kann. Und wenn man Leidenschaft für Musik empfindet und dann auch noch zum Radio geht, kann man auch diesen Job, diese Arbeit nur mit absoluter Leidenschaft machen, ansonsten macht es niemanden Spaß. Weder einem selbst, noch den Hörer*innen. Und wenn man dann als einer wie "Wölfi" so viele erlebte Geschichten zwischen zwei Buchdeckel bringt, ist das noch mal wie ein Déjà-vu für diese Momente der Leidenschaft. In diesem Sinne wurde noch einmal die Einladung ausgesprochen, die Chance wahrzunehmen, auf eigene Art und Weise zum im Buch Beschriebenen die eigenen Erinnerungen hinzuzufügen. Zum vollständigen Beitrag …

Erschienen im September 2020 beim Verlag "Bild und Heimat": "Wie die Westmusik ins Ostradio kam"




“Eine Prise Funkgeschichte – Fünfzig Geschichten aus hundert Jahren Rundfunk”

Die drahtlose Übertragung von Musik und Informationen ist heute allgegenwärtig. Doch der Siegeszug dieser Technologie begann erst vor hundert Jahren mit der Übertragung eines Weihnachtskonzerts vom legendären Funkerberg in Königs Wusterhausen bei Berlin.

Rainer Suckow erzählt in fünfzig unterhaltsamen Geschichten von prägenden Menschen, Ereignissen und Orten der Hörfunkgeschichte. Er lässt seine Leser den rasanten Fortschritt miterleben, der nicht nur von neuen technischen Möglichkeiten getrieben wurde, sondern vor allem vom stetig wachsenden Bedürfnis der Menschen nach Unterhaltung und aktuellen Informationen.

Geschichte 12: Ein Radiosender für die Jugend | DT 64 || Geschichte 40: Basic im Radio | Radio DDR II

Gleichermaßen die Empfehlung fürs Buch von Jörg Wagner | Freier Medienjournalist und ehemaliger DDR-Rundfunkkollege | Allgemeine LeseProbe des Verlags | be.bra verlag | März 2020

Passend dazu zwei Empfehlungen: Ausstellung im Berliner Museum für Kommunikation "ON AIR. 100 Jahre Radio" bis August 2021 + Beitrag von Wolfhard Besser im Sprachrohr | Ausgabe 3 | 2020:

Wo das Urfeuer des Rundfunks loderte

In der deutschen Mediengeschichte gilt der 22. Dezember 1920 als ein besonderes Datum. An jenem Tag ging in Deutschland zum ersten Mal eine Radiosendung in den Äther – wenn auch noch nicht offiziell. Sendeort: Der 67,5 Meter hohe Windmühlenberg von Königs Wusterhausen, heute der Funkerberg. An diesem Tag vor 100 Jahren fanden sich mehrere Postbeamte, die ein Musikinstrument spielen konnten, zu einem kleinen Ensemble zusammen und gestalteten um 20 Uhr ein einstündiges »Weihnachtskonzert«, das als solches in die deutsche Radiogeschichte eingegangen ist. Dazu gibt es eine Vorgeschichte. Auf diesem nicht sehr hohen Berg von Königs Wusterhausen betrieb die Deutsche Reichspost eine Funkstation; Erbe aus dem 1. Weltkrieg, als dort 1911 das deutsche Militär eine Funkzentrale errichtet hatte zur Verständigung und Befehlsübermittlung. Zum vollständigen Beitrag: Vor 100 Jahren: Der Rundfunk in den Startlöchern auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen

Radios aus Zeiten von Oma & Opa

Geteilter Beitrag von Herbert Schadewald | Journalist bei Radio DDR 1 | Zeitzeuge | Radiofreunde Friedersdorf 2020

Im Auto, im Bad, im Büro, in der Küche und auch sonst wo noch ist das Radiohören zu einer Selbstverständlichkeit geworden – und das teilweise sogar in Hi-Fi-Qualität. Informationen und Musik begleiten uns bei Bedarf rund um die Uhr. Kaum mehr vorstellbar, dass dies vor nunmehr 100 Jahren hierzulande noch streng verboten war. So war das erste von der Deutschen Reichspost über den Sender Königs Wusterhausen ausgestrahlte Weihnachtskonzert am 22. Dezember 1920 nur im Ausland zu empfangen. Erst knapp drei Jahre später, am 29. Oktober, wurde aus dem Vox-Haus in Berlin eine Unterhaltungssendung übertragen. Seither gilt dieses Datum als offizielle Geburtsstunde des deutschen Rundfunks.

Sowohl auf dem Funkerberg bei Königs Wusterhausen als auch in der Versuchsfunkstelle Eberswalde wurde die Übertragungstechnologie vorangetrieben. Noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts verbesserten sich die landesweiten Empfangsbedingungen durch den rapiden Ausbau von Kurz-, Lang- und Mittelwellensender in Deutschland weitgehend. Doch längst sind diese Anlagen wieder verschwunden. Der Trend geht nun massiv vom UKW- zum Digital-Radio.

Historische Einblicke in die technische Radioentwicklung bietet unter anderem das Sender- und Funktechnikmuseum auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. Die enorme Entwicklung der Rundfunkempfänger dokumentieren die Radiofreunde Friedersdorf im dortigen Kunstspeicher eindrucksvoll in der Dauerausstellung „Radios aus Zeiten von Oma & Opa“ noch bis Ende Oktober 2021.




30 JAHRE DEUTSCHE EINHEIT

Vor drei Jahrzehnten erschien eine mit viel Engagement zusammengetragene Dokumentation, die auf beeindruckende Weise die Bemühungen belegt, den Hörfunk vom Oktober 1989 an bis Oktober 1990 von einem Staats- und Parteimedium in eine öffentlich-rechtliche Anstalt umzuwandeln.

Angesichts der Rasanz und Turbulenz der Ereignisse auf dem Weg zur deutschen Vereinigung und ihrer Auswirkungen auf die Medienlandschaft sind Einblicke in diese zeitlich viel zu kurze Chronik nach 30 Jahren wertvoller denn je. Auch wenn es ihre Aufgabe damals nicht war und sein konnte zu beurteilen, wer in diesen Monaten zu demokratischen Positionen fand, wer sich nicht von alten Strukturen trennen konnte oder wer sich als "Wendehals" betätigte. Vielmehr war das damalige Anliegen, mithilfe der über 600-seitigen Chronik die Prozesse durch Fakten darzustellen, wesentliche Aktivitäten und Kräfte zu benennen und - auch in Abgrenzung zu früherer Rundfunkgeschichtsschreibung - die vielen Widersprüchlichkeiten transparent zu machen.

Da das Buch noch vom damaligen Funkhaus Berlin | Lektorat Rundfunkgeschichte herausgegeben wurde, ist es inzwischen nur noch im Antiquariate - wenn überhaupt - käuflich zu erwerben: Inhaltsverzeichnis und Vorwort als PDF




Vergessene Orte

Seit Herbst 2019 lädt ein Bildband zu einer ganz besonderen Zeitreise ein. Nach dem Motto "Faszination Lost Places: Schönheit des Verfalls" erinnert der Fotograf Robert Conrad an 37 vergessene Orte in Berlin und Brandenburg. Darunter unter anderem an nicht mehr genutzte Getreidespeicher und Tanklager, verlassene Kliniken und Waisenhäuser, aufgegebene Schulgebäude, Ferienanlagen und Kulturhäuser mit verblassten Werbe- und Propagandabotschaften, endlose Kasernenblöcke, leere Atomwaffendepots oder Appellplätze. Aber auch an das ehemalige Rundfunkzentrum der DDR.

Die vom Verlag eigens für diese Website zur Verfügung gestellte Leseprobe enthält neben einem einführenden Text zum historischen und baugeschichtlichen Hintergrund neun Funkhaus-Fotos mit Seltenheitswert. Darunter eines mit der längst nicht mehr vorhandene Tankstelle am Spreeufer nahe dem einstigen Fuhrpark oder ein weiteres mit dem Wachturm zur Sicherung des staatlichen Rundfunkmonopols.

Erschienen ist der Bildband im November 2019 beim Mitteldeutscher Verlag | Lese- bzw. Anschauauswahl bei CoverKlick




Der Zeitzeuge Wolfhard Besser informiert sehr ausführlich über "Neues Leben im alten Funkhaus | Standort für Unternehmen aus der Medien- und Kulturbranche" in der 4. Ausgabe des Medienpolitischen Magazins "Menschen Machen Medien" | Dez. 2019




Bildrechte des Logos: MDR

Von Zensur, Freiheit und Neubeginn

Zwischen den Zeilen schreiben ist oft die einzige Möglichkeit, Botschaften zu transportieren. Die SED legt fest, worüber und wie im Radio berichtet wird. Nach dem Rücktritt Erich Honeckers im Oktober 1989 können Journalisten in der DDR freier arbeiten. Mit der Friedlichen Revolution ändern sich die Strukturen im Radio. Die Zentralprogramme werden schrittweise von Landessendern abgelöst.

Weblinks zu den Textversionen | 2019:
Feature von Dagmar Weitbrecht: "Die Friedliche Revolution im Rundfunk"
Dagmar Weitbrecht im Gespräch mit:Christoph Singelnstein | Jörg WagnerDr. Peter Ulrich Weiß und Matthias Gehler




Das Ende des DDR-Rundfunks

"Nach den Grenzöffnungen in der Nacht zum 10. November 1989 ergaben sich nahezu ungeahnte Möglichkeiten auch für die Journalisten beim Fernsehen, im Radio und in den Zeitungsredaktionen. Ein frischer Wind wehte durch alle Redaktionsstuben.
Eine neue kreative Phase war angebrochen. Es war jene Zeit, als die Staatlichen Komitees für Fernsehen und Rundfunk vom DDR-Ministerrat aufgelöst und deren Mitarbeiter entlassen wurden ... " | Abbild-Klick für den vollständigen Beitrag "SENDESCHLUSS".

Der Zeitzeuge Herbert Schadewald ist Autor des Beitrages auf Seite sechs der 4. Ausgabe der "Querköppe" 2019 der Ver.di Seniorinnen und Senioren sowie eines gleichnamigen Artikels vom 7.12. in der "jungen Welt" mit dem Untertitel: Das Ende vom Rundfunk der DDR. Eine Reminiszenz in Bildern | Die Bildunterschriften des genannten Beitrags hat Herr Schadewald nicht zu verantworten. Auf dem Gelände arbeiteten 3500 Leute. Der Betriebskinderkarten befand sich außerhalb der DDR-Rundfunkzentrums. Und die gezeigte Technik befand sich damals so auch nicht im Zimmer des Intendanten.

In dem Zusammenhang der Verweis auf einen Beitrag von André Scheer | "Junge Welt" vom 6.11.2019: Umbenannt und abgeschaltet | Der Rundfunk der DDR wurde restlos abgewickelt




Unbeachtete Bauhaus-Architektur | Ein Beitrag von Zeitzeuge Wolfhard Besser | Sprachrohr 3|2019:


Von Zeitzeuge Wolfhard Besser | Sprachrohr 3|2019


Sagte mal ein Dichter: Holger Biege. Biografie

Autor Wolfgang Martin, der ab 1976 als Radioredakteur und -moderator beim Rundfunk der DDR, ab 1986 als Leiter der Musikredaktion vom Jugendradio DT 64 agierte und bereits 2014 die Biografie von Maschine | Puhdys-Frontmann Dieter Birr veröffentlichte, überrascht mit einer anrührenden Biografie eines bedeutenden Musikers und Menschen, eines Künstlers, dessen Lieder inzwischen Teil von deutschem Kulturgut sind. Holger Biege (*1952 2018) war ein Ausnahmekünstler, der keine Kompromisse liebte. Weder in der DDR, noch in seinen Jahren im Westteil von Deutschland.

Das von Rundfunkmann Wolfgang Martin über seinen Freund Holger Biege sehr empathisch geschriebene Buch ist gleichermaßen auch ein wichtiges Kapitel deutscher Zeitgeschichte. Denn in gleich mehreren Aussagen finden sich mutmaßlich viele der Ostdeutschen wieder. Und dabei nicht nur jene, die den Ausnahmekünstler, Sänger und Komponisten, der in keine musikalische Schublade jemals passte, bei Konzerten live erlebten oder einfach nur im Radio hörten. Möglicherweise von nun auch wieder öfter auf diversen Medien oder bei Spotify. Lesen Sie bitte weiter ...

Im Juni 2020 interviewte Erich Wartusch den Buchautor Wolfgang Martin auf digiandi.de





Zur Leseprobe

Ost-Berlin | Die halbe Hauptstadt

Eine Entdeckungsreise in Buchform verspricht Jürgen Danyel mit seinen 30 Erkundungen durch Ost-Berlin. Dabei bieten 30 Essays Einblicke in das Leben der Stadt und seine Schauplätze.
Ab Seite 226 verweisen wenige Sätzen u. a. auch darauf, dass sich in der Nalepastraße das ehemalige DDR-Rundfunkzentrum befand, eine damals kleine "Stadt in der Stadt", die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts errichtet wurde.

Erhalten geblieben sind von dieser DDR-Institution nur noch die ursprünglichen Gebäude, die glücklicherweise unter Denkmalschutz stehen. Selbige scheinen sich aber unter dem neuen Namen "Funkhaus Berlin" zu einem der angesagtesten Veranstaltungsorte Berlins zu entwickeln. Eine Annahme, die auch auch ARTE.tv neugierig werden ließ und den Kultursender dazu bewog, für ihre Jugendreihe "Flick Flack" ein 6-minütiges Video zusammen mit einer einstigen Musikredakteurin von Radio DDR I zu drehen. Weblink zu ARTE.tv.

Erschienen im März 2019 beim Ch. Links Verlag | Details




DT64 Das Jugendradio aus dem Osten

Als Mitte der achtziger Jahre aus einer Begleitsendung ein eigener Jugendsender wurde bot dieser eine Alternative zu den restlich mehr oder weniger gleichgeschalteten Programmen des übrigen DDR-Rundfunks. Nach dem Fall der Mauer wurde er nicht zuletzt deshalb zu einem Identifikationssymbol ostdeutscher Jugendlicher. Doch selbst diesem Sender war kein langes Leben in Freiheit beschieden.
Mehr zu diesem Jugendsender im Buch von Thomas Gaevert.

Mai 2018 | Bundesstiftung Aufarbeitung




100 Orte der DDR-Geschichte

Martin Kaule faszinieren bis heute bauliche Zeugnisse der Geschichte. Und so verwundert es kaum, dass aus seinen anfänglich reinen Fotodokumentationen der verschiedensten Orte erste Bild-Text-Bände entstanden. So auch der über die "100 Orte der DDR-Geschichte", bei dem die ausgewählten Orte natürlich nur ein Bruchteil aus der Vielzahl von Objekten aufzeigen. Dabei erfreulicherweise auch das Funkhaus in der Nalepastraße.

Auf einer Zeitreisen-Site zum Funkhaus deshalb auch die Empfehlung für einen spannenden Reiseführer für eine Zeitreise in Buchform von Martin Kaule und Historiker Stefan Wolle.

Erscheinungsdatum: März 2018 | Ch. Links Verlag | Details zum Buch




Kunstkopf-Stereophonie und Hörspiel

Dramaturgische und inszenatorische Konsequenzen der Kunstkopfstereophonie in funkdramatischen Produktionen des Rundfunks der DDR

Das Buch von Matthias Thalheim - 1984 bis 1990 Dramaturg in der Hörspielabteilung beim Rundfunk in der Berliner Nalepastraße - widmet sich in seiner bereits 7. Auflage der erstaunlich weit zurück reichenden Entwicklung der Raumton-Verfahren, einer Geschichte, die noch älter als die des Radios selber ist.

Stereophonie und Kunstkopf haben perfektionsorientierte Ingenieure entwickelt. Als diese immer totaler werdenden Schallabbildungen dem Radio und speziell den Hörspiel-Machern zur Verfügung gestellt wurden, haben sie jedes Mal eine Ära abenteuerlicher Experimente und effektheischender Vorstöße nach sich gezogen, die mit ihren schallveristischen Ambitionen oft an die Pionierzeiten der Gattung erinnern ließen. Auf diese Weise hat die Kunstform Hörspiel mehrfache Pubertäten erlebt. Erscheinungsdatum: 26.03.2016 | Details zum Buch

Matthias Thalheim erlebte und schrieb 40 Jahre Radiogeschichte. Im Juli 2020 zieht er zusammen mit Ellen Schweda Resümee in der Sendung MDR Kultur trifft | AL




Volkes Lied und Vater Staat

Die DDR-Folkszene 1976-1990

In der Hauptabteilung Musik wurde die gesamte Musik für den Sendebedarf aller Programme des DDR-Rundfunks produziert. Und so verwundert es kaum, dass der Rundfunk auch für die DDR-Folkszene der größte und wichtigste Musikproduzent überhaupt war.

Das Buch erschien 2016 | Details

Was wurde aus der Folkszene in der DDR?
Interview mit Wolfgang Leyn | Deutschlandfunk Kultur am 6. November 2019 || A-Link

Leseprobe bei Anklick des Buchcovers. | Ab Seite 117 mehr zum Thema "Folk im Radio"




In “Sommer der späten Gerechtigkeit” 2020, in dem wichtige Literaturpreise an Autorinnen mit Ostsozialisation wie Helga Schubert, Elke Erb und Irina Liebmann gingen, erhält Dieter Mann den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Daran sei an dieser Stelle sehr gern erinnert, weil Dieter Mann auch als einer der besten Sprecher im deutschen Sprachraum an zahlreichen Hörspielproduktionen im Funkhaus Berlin in der Nalepastraße beteiligt war. Es deshalb auch kaum verwundert, dass er im Film “Funkstille” | 2010 diesen Ort als seine “Sprecherheimat” bezeichnet und hinzufügt, dass er dort eigentlich auch einen eigenen Garderobenhaken haben könnte.

Am 20. August veröffentlichte Esther Slevogt einen lesenswerten Artikel in der Berliner Zeitung, in dem u. a. auch zu lesen ist, dass Künstler aus der DDR der Logik des Kalten Krieges zufolge für den Westen erst interessant wurden, wenn sie sich von ihrem Staat abwandten. Diese Logik wirkt bis heute fort. Dieter Mann hat sich stets zur DDR bekannt. „Ich weiß nicht, ob ich im Westen so möglich gewesen wäre, wie ich im Osten wirklich werden durfte“, hat Dieter Mann 2016 in seinem Erinnerungsbuch zu Protokoll gegeben und die ABF als historische Leistung der DDR beschrieben. „Sie wollte aus Geringen Gebildete machen, und zwar, ja, das muss man so sagen: massenhaft, prinzipiell.“ : Ehrenpreis für Dieter Mann im späten Sommer der Gerechtigkeit || LeseProbe | Aufbauverlag | Erscheinungsjahr 2016




Stadt als Palimpsest

Wie beeinflussen sich Materialität und Gedächtnis an ehemaligen Orten von Diktaturen wechselseitig?

Nach Antworten auf diese Frage suchte Dr. Julia Binder an Orten, die in unmittelbarem Zusammenhang damit stehen - beispielsweise im ehemaligen DDR-Rundfunkzentrum in der Nalepastraße, dem sie in ihrem Buch Stadt als Palimpsest dasKapitel fünf mit dem Titel "Ort der Kommunikation" widmet. In ihm kommen in mehreren Interviews auch einstige Rundfunkmitarbeiter selbst zu Wort.

Interessant dürfte bleiben, wie Leser*innen, die ebenso einst Teil der kleinen Rundfunkstadt waren oder nicht, das Geschriebene möglicherweise ganz unterschiedlich rezipieren.

An dieser Stelle neben der offiziellen noch eine zweite Leseprobe, die der Neofelis Verlag freundlicherweise dem Zeitreisen-Portal zur Verfügung stellt: LESEPROBE 1 | LESEPROBE 2 | Das Buch erschien 2015 | Details




Rocklexikon der DDR

Bands, Interpreten, Sänger, Texter und Begriffe der DDR- Rockgeschichte

Der Autor Götz Hintze war von 1983 bis 1991 als Musikdokumentar beim DDR-Rundfunk tätig. Damals schon begann er sich hauptsächlich mit der Erschließung von DDR Rock-, Pop- und Schlagermusik zu beschäftigen.
Nach der Erstveröffentlichung seines "Rocklexikons der DDR" kam die überarbeitete und erweiterte dritte Auflage des Buches auf den Markt.

Erscheinungsjahr 2014 | Details | Leseprobe




Der Raum ist das Kleid der Musik

Ein Buch von Gisela Herzog und Gerhard Steinke mit einem Gastbeitrag von Peter Burkowitz

Die Bedeutung spezifischer Studio-Akustik wird in diesem Buch anhand von Aufnahmeräumen für Musik und künstlerischem Wort für Rundfunk, Fernsehen sowie Tonträger aller Art im ehemaligen Funkhaus Berlin Nalepastrasse veranschaulicht.

Das Buch erschien 2013 | Details




Lieder machen Läute

Die Online-Ausgabe des Buches zum Thema Unterhaltungsmusik in der DDR wurde 2012 veröffentlicht. Die darin von Anne-Katrin Enderlein vorgestellte Musik aus der DDR wurde zu einem großen Prozentsatz im inzwischen legendären Produktionskomplex B neben Hörspielen und Features produziert.

Klicken Sie bitte auf die Coverabbildung.




Der parteiliche Journalist

Es ist eine Studie, die 2012 vom Metropol-Verlag herausgegeben wurde. Neben der Auswertung zahlreicher Tondokumente und Akten geben über vierzig Zeitzeugen Auskunft über ihre Arbeit in den Kulturprogrammen des DDR-Rundfunks. Ein Einblick ins Buch von Conley, Patrick wird u. a. HIER gewährt.




Zwischen Pop und Propaganda

Das Buch von Klaus Arnold und Christoph Claasen bringt im Grunde noch mal sehr genau auf den Punkt, vor welcher kaum lösbaren Aufgabe Rundfunkjournalisten
in der DDR standen und in welchem Dilemma sie sich
täglich befanden. Denn einesteils hatten sie den ideologischen Vorgaben der SED-Spitze zu genügen und gleichzeitig aber sollten sie durch unterhaltsame Programme verhindern, dass die Hörer zu Westsendern abwanderten.

Das Buch erschien 2004 beim Ch. Links Verlag. Es ist leider vergriffen, aber in PDF-Form zu erwerben. Außerdem kann die Verfügbarkeit des Titels in folgenden Internet-Antiquariaten geprüft werden:
ZVAB.de | AbeBooks.de | Justbooks.de | Booklooker.de | eurobuch.com

Weblink zum Ch. Links-Verlag




Wellen mit tausend Klängen

Geschichten rund um den Erdball in Sendungen des Auslandsrundfunks der DDR: Radio Berlin International.

Das Buch - erschienen 2003 - ist ein authentisches zeitgeschichtliches Dokument von bleibender Bedeutung, denn die Radiowellen von einst sind in den Weiten des Äthers verklungen. Zur Funkstille verurteilt, meldet sich ein Sender noch einmal zu Wort.

Weblink zum Vistas-Verlag




LeseProbe bei Coverklick

Vom Fernsehen und Radio der DDR zur ARD

Jahreswechsel 1991/1992: Zwei neue Rundfunkanstalten in Deutschland wurden geboren, der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg und der Mitteldeutsche Rundfunk - nachträglich zur deutschen Einheit, kompatibel zum westdeutschen Rundfunksystem. Dafür mussten die Überbleibsel der DDR verschwinden, "Abwicklung der Einrichtung" hieß das Politikjargon. Die alten Fernseh- und Hörfunksender wurden um 0 Uhr abgeschaltet oder neuen Rundfunkanstalten zugeordnet.

War diese politische Entscheidung unausweichlich für ein Gelingen der Deutschen Einheit? Oder sind dabei Chancen für Demokratie, Kultur und Identität vertan worden? Dieser Frage geht Reiner Stein in diesem Buch nach und reflektiert noch einmal die deutsch-deutsche Rundfunkgeschichte von 1989 bis 1992 mit all den Ideen, Konflikten und Kompromissen.

Erscheinungsjahr 2000 | Tectum Verlag




Rockmusik und Politik

Ein sehr aufschlussreiches Buch des Ch. Links-Verlag aus der Reihe Forschung zur DDR-Geschichte.

Es ist ein 1996 erschienenes Buch, welches eben gerade nicht auf die so genannte einfache Wahrheit aus war, deshalb um so wichtiger und interessanter erscheint.

Zu Wort melden sich u. a. auch die beiden Musik-Produzenten Luise Mirsch und Walter Cikan.

Das Buch ist inzwischen vergriffen. Dennoch kann die Verfügbarkeit des Titels in folgenden Internet-Antiquariaten geprüft werden: ZVAB.de | AbeBooks.de | Justbooks.de | Booklooker.de | eurobuch.com


Zu Ausschnitten der angebotenen Leseprobe im Netz


DT 64. Das Buch zum Jugendradio 1964 - 1993

Andreas Ulrich und Jörg Wagner - beide ehemalige Mitarbeiter des Jugendradios in der DDR - gaben 1997 diese wertvolle Stück Zeitgeschichte in Buchform heraus.

Geschildert werden die Entwicklung des Senders von Anfang an bis 1993 sowohl aus der Sicht der damals direkt Beteiligten, aber auch aus Sicht derer, die sich für den Erhalt des Senders "von außen" eingesetzt haben.

Erinnert sei in dem Zusammenhang auch an den Film:
"DT 64 - Rock'n'Roll und FDJ"

Das Buch ist leider vergriffen, wird jedoch antiquarisch gehandelt. Laut Aussage von Jörg Wagner wird an einer aktualisierten und erweiterten Wiederauflage gearbeitet.




Folk, Chanson und Liedermacher in der DDR

Das Buch des Kulturwissenschaftlers Dr. Lutz Kirchenwitz erschien 1993. Es gestattet Einblicke in die widersprüchliche Szene der Liedermacher in der DDR. Es enthält ihre Biographien und dokumentiert drei Jahrzehnte einer wichtigen kulturellen Entwicklung. Sie beginnt mit Hootenanny, Lyrikwelle und Beatmusik in den frühen 60er Jahren. Über Singebewegung, Liedtheater und Folkmusik führt sie zur Liedermacherszene der 80er Jahre.

Weblink zu Festival, Musik und Politik




Liederleute

Ein Buch - noch erschienen in der DDR - ist vergriffen, aber noch "als gebrauchtes" im Netz zu finden und dort zu erwerben. Das Buch von Petra Schwarz und Wilfried Bergholz ist in dem Sinne zwar kein Lexikon der Liedermacher und Chansoninterpreten, sondern stellt vielmehr Künstler in ihren sich deutlich voneinander unterscheidender Lieder-Sprachen bzw. "Handschriften" vor. So u. a. Reinhold Andert, Werner Bernreuther, Norbert Bischoff, Circus Lila, Kurt Demmler, Duo Sonnenschirm, Jürgen Eger, Susanne Grütz, Hubertus Schmidt, Gerhard Gundermann, Barbara Kellerbauer ...





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