Zeitreise durch das Funkhaus Ost | Berlin

Führung

"Recording.de" erinnert sich


Gebäudeführung Funkhaus Berlin


Bereits die im Vorfeld veröffentlichten Bilder zum Veranstaltungsgebäude machten sehr neugierig auf die Location: Das Funkhaus Berlin. Als ehemaliges Rundfunkzentrum der DDR ist es nicht nur ein geschichtsträchtiges Gebäude, sondern bringt auch gleich eine zum Event passende raumakustische Optimierung in den großen Veranstaltungssälen mit sich. Umso gespannter waren wir, als wir die Hausführung durchs Funkhaus im Programm entdeckten.

Geführt wurde diese durch die Zeitzeugin und ehemalige Musikredakteurin Elisabeth Heller, die außerdem eine Website mit einer virtuellen Führungdurch das Gebäude betreibt.

Das Funkhaus in der Nalepastraße wurde nach Plänen vom Bauhaus-Architekten Franz Ehrlich gebaut und 1956 in Betrieb genommen.

Insgesamt 3.500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen waren hier zuständig für das gesamte überregionale Radioprogramm und die Hörspielaufnahmen der DDR. Vor dem gemeinsamen Rundgang sollten einführend noch Ausschnitte aus zwei Dokumentationen zum Funkhaus gezeigt werden, die jedoch leider aufgrund technischer Schwierigkeiten ausfallen mussten (“Synthese” von 1957 und “Funkstille” von 2010).



Nun ging es also endlich los mit der Gebäudeführung, bei der ein paar spannende Einblicke in den Gebäudekomplex gewonnen werden konnten, die von Elisabeth Heller zusätzlich mit Zeitzeuginnenberichten untermalt wurden. So erzählte sie beispielsweise von der Anordnung, dass im Radioprogramm mindestens 60% der gespielten Musiktitel aus der DDR sein mussten. Als aber mehr und mehr Menschen flohen, kamen die Redakteure und Redakteurinnen zusehends in ein Dilemma, weil die Titel von geflohenen Musikern und Komponisten nicht mehr gespielt werden durften. Irgendwann gab es gar nicht mehr so viele Titel.

Vom großen Sendesaal ging es zunächst zum Musikarchiv im Nebengebäude, von dort aus in ein kleines ehemaliges Redaktionsbüro, das heute als Atelier genutzt wird, dann weiter in einen Konferenzsaal, der aufgrund seiner Deckenbeschaffenheit auch “Tablettensaal” genannt wird und dann weiter in das alte Büro des Intendanten. Weitere Stationen waren sodann der Kultursaal, in dem auch die abendlichen Events stattfanden, die ehemalige Kantine und die wieder eröffnete Milchbar.

Insgesamt eine schöne Führung durch den Gebäudekomplex, die aber aufgrund technischer Probleme und des großen Andrangs mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.


Zitierter Ausschnitt aus einem Beitrag des Magazins "recording.de"


Kleine Anmerkungen in Bezug auf die Erwähnung der 60 Prozent vom Einsatz der Musiktitel: Musik aus der DDR UND dem damals sozialistischen Ausland.

Von Zeitzeugen wird als Alternative zur Bezeichnung "Tablettensaal" oftmals auch der Begriff "Pillensaal" verwendet (siehe i. B. oben: Raumdecke).


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