Zeitreise durch das Funkhaus Ost | Berlin

Zur Akustik

Musikprofis zur Akustik im Saal 1


Jan Kittel 2018
Klangmanufaktur:

"Der große Sendesaal in der Nalepastraße ist eine Ressource, die man nicht hoch genug schätzen kann. Er macht im weiteren und engeren Sinne glücklich. Irgendwie wirkt er wie eine Kathedrale nur ohne die entmenschlichte Monströsität religiöser Prachtbauwerke. Ein ehrlicher Ort von Inspiration oder Feedback mit sich selbst.

Oder um es physikalisch auszudrücken: Ordnung, in hohem Maße. Dieser Saal ist mit Abstand das Beste was mir je begegnet ist in Sachen Raumklang. Er scheint alle akustischen Erscheinungen zu perfektionieren. Immer ist der Eindruck einfach richtig. Ich kenne keine anderen Orte dieser Qualität.
Das Ohr nimmt einfach mehr subtile Informationen wahr als andere Sinnesorgane. Oder wenigstens empfinden wir es als über das Ohr Wahrgenommenes. Und in diesem Saal stimmt einfach alles. Das Gehirn kommt in Ruhe und wird flowfähig. Andere räumliche Voraussetzungen braucht man für Musik nicht."






Gerhard Steinke 2017 zum Produktionskomplex, Block B:
"Es ist der größte zusammenhängende Komplex von Aufnahmestudios höchster Qualität (speziell seinerzeit für Rundfunk und Schallplatte) in Europa, darunter der größte und von vielen bedeutenden Künstlern und Orchestern weltweit als akustisch bester Saal eingeschätzte Aufnahmeraum eins."






Ein mit Superbooth Official geteiltes YouTube-Video






Ideal sind Klangvolumen und Nachhallzeit, auch die Transparenz.
Jeder Künstler kann jeden hören, was einen ganz großen Seltenheitswert
hat. [...]

Daniel Barenboim jubiliert(e) ebenso über die Akustik wie der Aufnahmechef Martin Fouqué, damals bereits 40 Jahre im Metier: " Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass zur Zeit auf der Welt nichts Besseres zu finden ist."






Steinway-Cheftechniker Stefan Knüpfer*
in einer Mail an Gerhard Steinke am 2.10.2014:

"Meine Wahrnehmung im Saal ist, dass die Akustik des Saales eine faszinierend präzise Abbildung des Klanges des Flügels ist, lediglich bis an die Wände des Saales erweitert. Das habe ich bis jetzt noch in keinem anderen Saal erlebt. So konnte ich während meiner Arbeiten am Flügel oftmals nicht sagen, ob der Ton, den ich gerade hörte, direkt aus dem Instrument vor mir oder über den Umweg des Saales an mein Ohr drang. Normalerweise verlässt der Ton das Instrument und wird dann im Saal kommentiert.

Der Saal fügt Hall hinzu oder dämpft ihn, ergänzt Obertöne oder verschluckt sie, verändert das Ein- und Ausschwingverhalten des Flügels. Und trifft ein Ton nach der Reise durch den Raum wieder im Ohr des Pianisten ein, hat dieser "Saalton" niemals etwas mit dem "Klavierton" gemein, der kurz zuvor das Instrument verlassen hat. Man weiß also eigentlich immer ganz genau, woher der Ton kommt: der ehrliche aus dem Flügel, der veränderte aus dem Saal. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein und kann für gegebene Musik auch durchaus seinen Reiz haben.

Aber speziell für die Klaviermusik Bachs, die eine absolute Treue in der Klanggestaltung verlangt, kenne ich keinen Saal, der ähnliche Qualitäten wie der Saal 1 in der Nalepastrasse besitzt."






In einem alten Zeitungsartikel war u.a. zu lesen:
Von einer "einmaligen Akustik" schwärmen welterfahrene Musikprofis der Klassik-Szene über den Aufnahmesaal 1 im Gebäude B bis heute.

Einige Jahre nach dem Mauerfall hatte beispielsweise die Teldec [...] den Saal für eine CD-Gesamtaufnahme von Lohengrin in der internationalen Starbesetzung der Berliner Staatsoper gemietet.


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