Funkhaus Nalepastraße

Der andere Kanal

Der andere Kanal

Möglicherweise können aus heutiger Sicht einige wenige Publikationen aus den 90ern zusätzlich dabei helfen, das eine oder andere besser einzuordnen und zu verstehen; damit etwas zu akzeptieren, was passierte, um genau das endgültig loslassen und den Blick wieder nach vorn einnehmen zu dürfen.


Zitat: Helmut Kopetzky:

"Ich habe eine Sendung darüber gemacht, wie der DDR-Rundfunk im Nullkommanix aufgelöst wurde.

Das Ende war vielleicht unvermeidbar, aber menschlich war das eine große Tragödie".

 

Zitat einer Zeitzeugin aus dem Feature "Der andere Kanal":
Da ist den Leuten überhaupt keine Chance gegeben wurden. Sondern eigentlich sind sie gebrochen worden - stärker als vorher. Also eigentlich ist ihnen nicht nur das Rückgrat, sondern auch das Genick mit gebrochen worden." HörTipp: Feature geteilt mit Spotify:

Download bis 04.07.2020 bei WDR 5 möglich: HIER


Der renommierter Feature-Autor* Helmut Kopetzky hat 40 Jahre Feature-Geschichte erlebt und mitgeschrieben. „Radiojahre“ | Werkstattgespräch

Insbesondere Zusammenhang auch der Verweis auf knapp fünf Seiten aus seinem frei publiziertem Buch "Radiojahre", hier (ab Seite 255): Weblink






"Nach den Grenzöffnungen in der Nacht zum 10. November 1989 ergaben sich nahezu ungeahnte Möglichkeiten – auch für die Journalisten beim Fernsehen, im Radio und in den Zeitungsredaktionen. Ein frischer Wind wehte durch alle Redaktionsstuben.
Eine neue kreative Phase war angebrochen. Es war jene Zeit, als die Staatlichen Komitees für Fernsehen und Rundfunk vom DDR-Ministerrat aufgelöst und deren Mitarbeiter entlassen wurden ... " | Abbild-Klick für den vollständigen Beitrag "SENDESCHLUSS":

 

Der Zeitzeuge Herbert Schadewald ist Autor des Beitrages auf Seite sechs der 4. Ausgabe der "Querköppe" 2019 der Ver.di Seniorinnen und Senioren sowie eines gleichnamigen Artikels vom 7.12. in der "Jungen Welt" mit dem Untertitel: Das Ende vom Rundfunk der DDR. Eine Reminiszenz in Bildern


Zeitreisen empfiehlt an dieser Stelle die oben zitierte, spannend zu lesende und reich bebilderte Chronik "Tonspuren", weil zwei Kapitel den Anfang (S. 71 "Die rote Insel") und Ende des DDR-Rundfunks (S. 129 "Wege zu Einheit") besonders ausführlich mit beschreiben.

Die Buchpremiere zu „Tonspuren – Das Haus des Rundfunks in Berlin“ fand Ende September 2010* im kleinen Sendesaal im Haus des Rundfunks statt.

 

Dazu einen Weblink zu PodCasts von Jörg Wagner, eines ehemaligen DDR-Rundfunkkollegen (bitte ganz runterscrollen zu den letzten beiden Einträgen auf der Seite): PodCasts






Von Zensur, Freiheit und Neubeginn
Dagmar Weitbrecht im Gespräch mit Christoph Singelnstein | Jörg Wagner | Dr. Peter Ulrich Weiß und Matthias Gehler
Rückblick im Themenjahr "30 Jahre Mauerfall" im November 2019


Im Themenjahr sei außerdem auch noch mal an das Buch "Vom Fernsehen und Radio der DDR zur ARD" von Reiner Stein erinnert. Erschienen im Jahr 2000 wirft es Fragen danach auf, ob die "Abwicklung der Einrichtung" tatsächlich unausweichlich war oder einfach nur Chancen für Demokratie, Kultur und Identität vertan wurden. Derzeit noch mögliche LeseProben bei Weltbild oder Google books


In der Sonderausgabe des "Medienmagazins" zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit war "aus erster Hand" zu erfahren, wie es zum Artikel 36 des Einigungsvertrages und dadurch letztendlich zur Auflösung des DDR-Rundfunks kam. Weblink zum Medienmagazin vom 4.10.2015 | "Vor 25 Jahren: Der Artikel 36 Einigungsvertrag tritt in Kraft" (ab 6'48'')






Das Buch "Zwischen Pop und Propaganda" von Klaus Arnold und Christoph Claasen bringt im Grundenoch mal sehr genau auf den Punkt, vor welcher kaum lösbaren Aufgabe Rundfunkjournalisten in der DDR standen und welchem Dilemma sie sich täglich befanden. Denn einesteils hatten sie den ideologischen Vorgaben der SED-Spitze zu genügen und gleichzeitig aber sollten sie durch unterhaltsame Programme verhindern, dass die Hörer zu Westsendern abwanderten.

Auch wenn ab der 70er des letzten Jahrhunderts zunehmend die Hörerwünsche bestimmten, was in Unterhaltungssendungen zur Ausstrahlung kam, änderte das nichts daran, dass das Informationsprogramm als solches nach wie vor strikt am Parteikurs und seinen Kampagnen ausgerichtet blieb.

Wie es letztendlich zum Ende der DDR-Medien überhaupt kam, können Sie in Teilen auch nachverfolgen in oben erwähntem sowohl im Buch "Deutschland einig Rundfunkland?" mit veröffentlichten Dokumenten aus dieser Zeit. Im Klappentext ist dort u. a. zu lesen:

"Eines der umstrittensten Kapitel der Deutschen Rundfunkgeschichte ist die Umgestaltung des ostdeutschen Rundfunksystems und seine Integration in eine gesamtdeutsche Medienlandschaft zwischen 1989 und 1991".

Ab der 99. Buchseite finden Sie dazu auch einen Beitrag von Christoph Singelnstein (1990/1991 geschäftsführender Intendant des Rundfunks der DDR). Weblink zu einer Leseprobe mit Ausschnitten daraus:
"Radio in der Wende"


Mehr zur ostdeutschen Rundfunkgeschichte des Hauses





l. i. Bild oben.:.: Helmut Kopetzky, r. i. B. Wolfgang Bauernfeind während der "Langen Nacht des SFB-MDR-Features" 2002 im SFB | Foto © Elisabeth Heller | Weblink




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